Abwasseraufbereitungsanlagen
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Abwasseraufbereitungsanlagen
Abwasserbehandlungsanlagen sind aus Sicht des Facility Management (FM) genehmigungs-, umwelt- und betriebskritische technische Anlagen. Der Gesetzgeber unterwirft sie der Wasserrahmenrichtlinie, dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG), der Abwasserverordnung (AbwV), dem Umwelt- und Bau- sowie Vergaberecht. Betreiber unterliegen damit Pflichten zur Selbstüberwachung, Messung und Dokumentation der Einleitmengen und -parameter, wie die AbwV und Landes-Eigenüberwachungsverordnungen klarstellen. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) fordert darüber hinaus die Erstellung von Funktions- und Steuerschemata, die Fertigung von Abnahmeprotokollen und die Dokumentation der Gewährleistungsfristen. Diese Dokumentationspflichten haben im FM einen hohen Stellenwert: Sie sind Voraussetzung für Compliance, Audit- und Behördenfähigkeit und gewährleisten einen störungsarmen, wirtschaftlichen Betrieb. Das folgende Kapitel beschreibt die notwendigen Dokumente, ihre Funktionen, verantwortlichen Stellen und rechtliche Verankerung. Die dargestellte Dokumentationskette reicht von der Vergabe über Planung und Ausführung bis zum Betrieb und schafft eine rechts- und revisionssichere Grundlage für das Betreiben von Abwasserbehandlungsanlagen.
Strukturierte Prozesse in Abwasseranlagen
- Abnahmeprotokoll – Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen
- Abwasserregister (Betrieb) – Einleitung in Gewässer
- Angebot – Bauleistungen Abwassertechnik
- Anlagenbeschreibung – Technische Ausrüstung
- Anlagenbuch
- Systementwurf mit Steuerungsschemata
- Elektrischer Anschlussplan nach DIN EN 61082-1
- Antrag auf behördliche Genehmigung
- Übersicht der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
- Aufmaß / Messungen – Technische Ausrüstung
- Wartungsnachweise für abflusslose Abwassersammelgruben
- Eigenüberwachungsprotokolle von Abwasseranlagen und Einleitungen
- Prüfprotokolle elektrischer Betriebsmittel
- Reinigungs- und Wartungsnachweise für Leichtflüssigkeitsabscheider
- Ausführungspläne für Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
- Ausschreibungszeichnungen – Technische Ausrüstung
- Betriebs- und Benutzerhandbuch (Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme)
- Berechnung und Auslegung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
- Berechnung und Auslegung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Berechnung und Auslegung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Lebenszykluskostenberechnung (LCC)
- Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Neuberechnung
- Bestands- und Inventarpläne – Gas-, Wasser- und Abwassersysteme
- Betriebsanleitung – Fettabscheideranlagen
- Betriebs- und Sicherheitsinformationen – Elektrische Betriebsmittel
- Interdisziplinäre Betriebsanweisung – Technische Ausrüstung
- Betriebstagebuch / Betriebsprotokoll
- Betriebskostenberechnung – Technische Ausrüstung
- Betriebstagebuch – Leichtflüssigkeitsabscheider
- Betriebsbuch – Fettabscheideranlagen
- Betriebstagebuch – Einleitung von Abwasser in Gewässer
- Brandschutz- / Brandfall-Steuermatrix
- Lösungsdarstellungen – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Lösungsbeschreibungen – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Datenerfassung, Analysen und Optimierungsprozesse
- Instandhaltungsunterlagen
- Dokumentation von Dämm- und Brandschutzarbeiten (TGA)
- Bauablaufdokumentation / Bautagebuch
- Vergabedokumentation
- Schadensdokumentation – Grundstücksentwässerung
- Produktbegleitende Dokumentation – Abwasserhebeanlagen
- Eignungsnachweis des Auftragnehmers
- Mengenermittlung – Technische Ausrüstung
- Fachunternehmererklärung – Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen
- Fundament- und Aufstellpläne
- Funktions- und Strangschema – LPH 8 (Bestand)
- Funktions- und Strangschema – LPH 3 (Entwurfsplanung)
- Funktions- und Strangschema – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Funktions- und Strangschema – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Funktionsschema (Prinzipschaltbild) – LPH 2 Vorplanung
- Gebrauchsanweisung
- Wasserrechtliche Genehmigung (Errichtung, Betrieb, wesentliche Änderung)
- Schnittstellen- / Trade-Relationship-Matrix
- Herstellerinformationen – Leichtflüssigkeitsabscheider
- Herstelleranleitungen – Abwasserhebeanlagen
- Instandhaltungsbericht
- Instandhaltungsplan
- Instandhaltungszeitplan
- Anlageninventar / Inventarliste
- Jahresbericht zur Abwassereinleitung
- Aufgabenklärung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Kostenberechnung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Kostenfeststellung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Kostenschätzung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Leistungs- und Funktionsprüfungen (Ergebnis)
- Meldung nicht behebbarer Mängel bei Wartung (Hebeanlagen / Tauchpumpen)
- Installationspläne – Abwasser-, Wasser- und Gassysteme
- Bauphysikalische und statische Nachweise (Dämm- und Brandschutz)
- Objektbegehungsbericht – Technische Ausrüstung
- Anschluss- und Medienpläne für gelieferte Maschinen und Anlagen
- Planungskonzept – Technische Ausrüstung
- Preisliste – Technische Ausrüstung
- Produktinformationen – Fettabscheideranlagen
- Produktinformationen – Leichtflüssigkeitsabscheider
- Produktkennzeichnung – Fettabscheideranlagen
- Produktkennzeichnung – Leichtflüssigkeitsabscheider
- Produktkennzeichnung – Abwasserhebeanlagen
- Produktkennzeichnung – Pumpen
- Mängelbeseitigungsprotokoll aus der Abnahme
- Prüfbericht Druck- und Dichtheitsprüfung – Entwässerungsleitungen
- Unterweisungsprotokoll für Betriebs- und Wartungspersonal
- Prüf- und Herstellerzertifikate – Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
- Prüfbericht Dichtheitsprüfung – Fettabscheideranlagen
- Prüfbericht Hauptprüfung – Leichtflüssigkeitsabscheider
- Prüfbericht Hauptprüfung – Fettabscheideranlagen
- Prüfbuch – Elektrische Anlagen (auf Anforderung der BG)
- Raumbuch (gesamt)
- Raumbuch – Technischer Teil (LPH 2 Vorplanung)
- Raumbuch – Technischer Teil (LPH 3 Entwurfsplanung)
- Auditunterlagen
- Schadstoff- und Emissionsberechnungen
- Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Schnittstellenkatalog
- Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 7+ (Montageplanung)
- Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)j
- Übersichtsschaltplan – Bestandsversion (LPH 8)
- Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibung
- Vergabevorschlag
- Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen – Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
- Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186
- Instandhaltungsplanung und -organisation – Technische Ausrüstung
- Wartungsbuch – Abwasserhebeanlagen
- Wasseranalysen und Prüfberichte (Ergebnisse)
- Werkstatt- und Montagezeichnungen – Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
- Wirtschaftlichkeitsnachweis
- Grafische Darstellung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
- Grafische Darstellung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Grafische Darstellung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Zusammenstellung der wesentlichen technischen Daten
Abnahmeprotokoll – Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abnahmeprotokoll |
| Zweck & Geltungsbereich | Formeller Nachweis der vertragsgemäßen Leistungserbringung und Betriebsfreigabe |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Abnahmedatum |
| Verantwortlich | Vertragsparteien (Auftraggeber/Auftragnehmer) |
| Praxisbezug FM | Start der Gewährleistung, Übergang in den Regelbetrieb |
Erläuterung
Das Abnahmeprotokoll markiert den Übergang von der Bau- in die Betriebsphase. Nach HOAI sind im Rahmen der fachtechnischen Abnahme Protokolle zu erstellen, Mängel festzustellen und Verjährungsfristen aufzulisten. Für das FM ist dieses Dokument maßgeblich, da es die Gewährleistungsfrist auslöst, mögliche Mängel dokumentiert und den Betriebsübergang bestätigt. Ein vollständiges Abnahmeprotokoll erleichtert zudem spätere Haftungsnachweise und sichert die Einhaltung von Verjährungsfristen.
Abwasserregister (Betrieb) – Einleitung in Gewässer
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebliches Abwasserregister |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufender Nachweis der Einleitmengen und -qualitäten |
| Rechts- & Normbezug | AbwV; §61 WHG und Landes-EÜV (Eigenüberwachung) |
| Wesentliche Inhalte | • laufend erfasste Messwerte |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxisbezug FM | Umwelt-Compliance, Behördennachweise |
Erläuterung
Die Abwasserverordnung verpflichtet Betreiber, die Einleitmengen und Schadstoffkonzentrationen zu überwachen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Das bayerische Merkblatt zur Eigenüberwachung weist darauf hin, dass nach §61 WHG und den jeweiligen Landes-Eigenüberwachungsverordnungen eine kontinuierliche Selbstüberwachung einschließlich Dokumentation der Messergebnisse und Ereignisse durchzuführen ist. Das betriebliche Abwasserregister sammelt diese Daten und dient als zentrales Umwelt-Nachweisdokument für Genehmigungsbehörden und interne Audits.
Angebot – Bauleistungen Abwassertechnik
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Angebotsunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Wirtschaftliche und technische Grundlage der Vergabe |
| Rechts- & Normbezug | Vergabeverordnung (VgV), VOB/A 2019 §13 |
| Wesentliche Inhalte | • Preise |
| Verantwortlich | Bieter |
| Praxisbezug FM | Kostenvergleich, Vertragsgrundlage |
Erläuterung
Bei der Ausschreibung von Bauleistungen für Abwassertechnik sind formale Anforderungen an Angebote einzuhalten. Die VOB/A (§13) bestimmt, dass Angebote in der vom Auftraggeber festgelegten Form einzureichen sind und alle geforderten Preise, Erklärungen und Nachweise enthalten müssen. Änderungen an den Ausschreibungsunterlagen sind unzulässig. Für das FM dienen die Angebote als Referenz für Leistungsumfang und Preisstruktur; sie bilden die Grundlage für Vertragsabschlüsse und den späteren Kostenvergleich bei Nachträgen.
Anlagenbeschreibung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anlagenbeschreibung |
| Zweck & Geltungsbereich | Verständliche Darstellung von Aufbau, Funktion und Prozess der Abwasserbehandlungsanlage |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Prozessstufen (mechanische, biologische, chemische Behandlung) |
| Verantwortlich | Fachplaner der Technischen Gebäudeausrüstung |
| Praxisbezug FM | Betriebseinweisung, Störungsanalyse |
Erläuterung
Die HOAI sieht für die Planung von Abwasserbehandlungsanlagen die Erarbeitung von Funktions- und Steuerschemata, Prozessbeschreibungen und Betriebskonzepten vor. Die Anlagenbeschreibung fasst diese Informationen verständlich zusammen und erläutert Aufbau, Funktionsweise und Leistungsdaten der Anlage. Sie bildet die Grundlage für Betriebseinweisungen und ermöglicht es dem FM-Team, bei Störungen schnell die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.
Anlagenbuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anlagen-/Assetbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Systematische Erfassung aller Anlagendaten über den Lebenszyklus |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6070-1; VDI-MT 3810-1; DIN 32835-1 |
| Wesentliche Inhalte | • eindeutige Identifikation und Standort |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Asset-, Kosten- und Instandhaltungsmanagement |
Erläuterung
Die VDI-Richtlinie 3810 beschreibt das Anlagenbuch als Dokumentation aller relevanten Planungsdaten, Betriebsparameter und Prüfungen der Anlage. Anhang B erläutert, wie das Anlagenbuch über den Lebenszyklus geführt wird und sowohl technische als auch organisatorische Informationen enthält. Für das FM ist das Asset Book die Basis für strategische Entscheidungen über Erneuerung, Ersatz oder Optimierung und unterstützt das Kosten- und Instandhaltungsmanagement.
Systementwurf mit Steuerungsschemata
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | System- und Steuerungsschemata |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung der Prozess- und Steuerungslogik der Abwasserbehandlung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C), HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Prozessflüsse und Verfahrensstufen |
| Verantwortlich | Planer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Optimierung, Fehlersuche |
Erläuterung
Im Zuge der Planung fordert die HOAI die Erstellung von Funktions- und Steuerungsschemata zur Darstellung der Prozessabläufe, Mess- und Regelkreise. Diese Schemata bilden die Prozess- und Steuerungslogik ab, zeigen die Zuordnung von Sensoren und Aktoren und erläutern die Steuerstrategien. Für das FM sind sie unverzichtbar, um Fehler zu identifizieren, Prozesse zu optimieren und Änderungen rechtssicher umzusetzen.
Elektrischer Anschlussplan nach DIN EN 61082-1
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anschluss-/Schaltplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Eindeutige Darstellung der elektrischen Anschlüsse und Stromkreise |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C); DIN EN 61082-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Klemmen- und Leitungskennzeichnung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Wartung, sichere Eingriffe |
Erläuterung
Die Norm DIN EN 61082-1 legt Regeln für die Erstellung elektrotechnischer Dokumentation, einschließlich Schaltplänen, Darstellungen und Bezeichnungen fest. In Verbindung mit DIN 18381 definiert sie Aufbau und Formate von Anschluss- und Stromlaufplänen. Für das FM stellen diese Pläne sicher, dass Wartungs- und Reparaturarbeiten ohne Gefährdung durchgeführt werden können und Änderungen nachvollziehbar bleiben.
Antrag auf behördliche Genehmigung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Genehmigungsantrag |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der öffentlich-rechtlichen Zulässigkeit der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | WHG/LWG, HOAI; landesrechtliche Bestimmungen |
| Wesentliche Inhalte | • technische Nachweise (Verfahrensbeschreibung, Dimensionierung) |
| Verantwortlich | Fachplaner der Technischen Gebäudeausrüstung / Auftraggeber |
| Praxisbezug FM | Rechtssicherer Betrieb; dauerhafte Aufbewahrung der Genehmigungsunterlagen |
Erläuterung
Abwasserbehandlungsanlagen sind genehmigungspflichtig. Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen zeigt, dass Neutralisations- und Emulsionsspaltanlagen nur mit behördlicher Genehmigung nach §57 Abs. 2 LWG in Verbindung mit §60 WHG betrieben werden dürfen. Die Genehmigungsunterlagen müssen Angaben zum Standort, zu Art und Größe der Anlage und zu den einzuleitenden Abwässern enthalten. Für das FM sind diese Dokumente dauerhaft aufzubewahren, um die Zulässigkeit nachweisen und bei Änderungen oder behördlichen Prüfungen vorlegen zu können.
Übersicht der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gewährleistungsübersicht |
| Zweck & Geltungsbereich | Steuerung von Mängel- und Haftungsansprüchen |
| Rechts- & Normbezug | VOB/B §13; HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Verjährungsfristen (z. B. 4 Jahre für Bauwerke, 2 Jahre für andere Leistungen) |
| Verantwortlich | Fachplaner der TGA / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung
Die VOB/B §13 regelt die Mängelansprüche und Verjährungsfristen. Wenn keine abweichende Vereinbarung getroffen wird, beträgt die Verjährungsfrist bei Bauwerken vier Jahre, bei anderen Leistungen und Teilen von maschinellen und elektrischen Anlagen zwei Jahre. Diese Fristen beginnen mit der Abnahme. Eine Übersicht der Fristen unterstützt das FM dabei, Mängelansprüche fristgerecht geltend zu machen und Nachfristen gegenüber Auftragnehmern zu überwachen.
Aufmaß / Messungen – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Aufmaß- und Messunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Quantitativer Nachweis ausgeführter Leistungen und Grundlage der Abrechnung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI; Dokumentationsrichtlinien des KIT-FM |
| Wesentliche Inhalte | • gemessene Mengen und Parameter |
| Verantwortlich | Fachplaner / Ingenieure |
| Praxisbezug FM | Abrechnung, Kostenkontrolle, Bewertung von Nachträgen und Anpassungen |
Erläuterung
Gemäß den Dokumentationsrichtlinien des Karlsruher Instituts für Technologie gehören Aufmaß- und Abrechnungsunterlagen zu den notwendigen Dokumentationen über den gesamten Lebenszyklus. Sie liefern einen quantitativen Nachweis der erbrachten Leistungen, dienen als Grundlage der Abrechnung und ermöglichen im FM die Plausibilisierung von Rechnungen sowie die Bewertung späterer Anpassungen oder Nachträge.
Wartungsnachweise für abflusslose Abwassersammelgruben
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungs- und Instandhaltungsnachweise |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der ordnungsgemäßen Wartung und Funktionssicherheit |
| Rechts- & Normbezug | DIN 1986-3 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungsdatum |
| Verantwortlich | Betreiber / Wartungspersonal |
| Praxisbezug FM | Betriebssicherheit, Umwelt- und Haftungsnachweis |
Erläuterung
Wartungsnachweise dokumentieren detailliert die regelmäßige Pflege abflussloser Sammelgruben und belegen gegenüber Behörden, dass alle vorgeschriebenen Maßnahmen durchgeführt wurden. Gemäß DIN 1986-3 sind Betreiber verpflichtet, alle Wartungsarbeiten lückenlos zu protokollieren – beispielsweise Datum, Umfang der Reinigung oder Entleerung, das Volumen des entfernten Inhalts und etwaige Befunde oder Mängel. Anhand dieser Dokumente kann sichergestellt werden, dass keine Umweltschäden entstehen. Diese Nachweise erfüllen damit wichtige Betreiberpflichten und minimieren Haftungsrisiken.
Eigenüberwachungsprotokolle von Abwasseranlagen und Einleitungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Eigenüberwachungsaufzeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Kontrolle der Einhaltung wasserrechtlicher Anforderungen |
| Rechts- & Normbezug | Wasserhaushaltsgesetz (WHG) |
| Wesentliche Inhalte | • Messwerte |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxisbezug FM | Behördennachweis, Umweltcompliance |
Erläuterung
Eigenüberwachungsaufzeichnungen halten die regelmäßigen Messungen und Beobachtungen fest, die ein Anlagenbetreiber gemäß WHG durchführen muss. Hierzu gehört die Kontrolle der abgeleiteten Abwassermenge und -qualität sowie der Zustand der Anlage. In den Protokollen werden daher alle relevanten Messwerte (z. B. pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur) und Betriebszustände eingetragen, ebenso wie festgestellte Abweichungen von Grenzwerten oder Sollwerten. Diese Aufzeichnungen dienen dem Facility Management als Nachweis dafür, dass die Anlagen vorschriftsgemäß betrieben werden und alle wasserrechtlichen Auflagen eingehalten werden können.
Prüfprotokolle elektrischer Betriebsmittel
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfprotokolle elektrische Anlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der elektrischen Sicherheit |
| Rechts- & Normbezug | DGUV Vorschrift 3 und 4, DGUV-Informationen 203-070/071, VDE 0701, VDE 0702 |
| Wesentliche Inhalte | • Messwerte |
| Verantwortlich | Befähigte Elektrofachkraft |
| Praxisbezug FM | Arbeitssicherheit, Audit- und Versicherungsnachweis |
Erläuterung
Prüfprotokolle dokumentieren alle wiederkehrenden Sicherheitsprüfungen elektrischer Anlagen und Geräte, insbesondere in feuchten oder explosionsgefährdeten Bereichen der Abwasseranlage. Nach den Vorschriften der Unfallversicherung (DGUV V3/V4) müssen qualifizierte Fachkräfte die Anlagen in festgelegten Intervallen prüfen und alle Ergebnisse dokumentieren. Die Protokolle enthalten dazu Messwerte (z. B. Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand), Angaben zu den Prüfergebnissen, festgestellte Mängel sowie die Fristen für Folgeprüfungen. Diese Protokolle sind für das Facility Management unverzichtbar, um die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften gegenüber Behörden und Versicherungen nachzuweisen und die elektrische Betriebssicherheit sicherzustellen.
Reinigungs- und Wartungsnachweise für Leichtflüssigkeitsabscheider
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Reinigungs- und Wartungsprotokolle |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung der Funktionsfähigkeit von Abscheidern |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 858-2 |
| Wesentliche Inhalte | • Reinigungsintervalle |
| Verantwortlich | Wartungsingenieur / Fachfirma |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Gewässerschutz |
Erläuterung
Leichtflüssigkeitsabscheider müssen gemäß den einschlägigen Normen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, um Öl- und Schadstoffeinträge in die Kanalisation zu verhindern. In den Reinigungs- und Wartungsprotokollen werden daher alle durchgeführten Maßnahmen festgehalten, insbesondere das Datum der Reinigung, das gemessene Öl- und Schlammvolumen sowie die Entleerung des Abscheiders. Begleitet werden diese Einträge von Entsorgungsnachweisen, die belegen, dass die ausgebauten Stoffe ordnungsgemäß entsorgt wurden. Auf diese Weise wird verhindert, dass Öl oder andere Schadstoffe in Kanalisation oder Gewässer gelangen.
Ausführungspläne für Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungs- und Montagepläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische Grundlage für Bau und Betrieb |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Leitungsführung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Wartung, Umbauten, Störungsbeseitigung |
Erläuterung
Ausführungspläne zeigen die genaue Verlegung und Anordnung von Leitungen, Apparaten und Armaturen entsprechend der Bauausführung. Sie werden im Rahmen der Vergabe und Ausführung gemäß DIN 18381 (Teil der VOB/C) erstellt. Für das Facility Management sind diese Pläne unverzichtbar, da sie bei späteren Eingriffen im Rohrnetz (z. B. Reparaturen, Erweiterungen) die technische Referenz bilden. Sie legen Leitungsführungen, Einbaulagen und Anschlussdetails eindeutig fest, so dass Wartungsfirmen Leitungsverläufe und Anschlüsse präzise nachverfolgen können.
Ausschreibungszeichnungen – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausschreibungs- und Angebotszeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Grundlage für Vergabe und Kostenvergleich |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenlayout |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Nachtragsmanagement |
Erläuterung
Konstruktions- und Bestandspläne erfassen den tatsächlichen, ausgeführten Zustand der technischen Anlagen. Sie dokumentieren den Endzustand inklusive aller Änderungen und Abweichungen gegenüber den ursprünglichen Planunterlagen. Nach Beendigung der Bauarbeiten werden diese Pläne in die Anlagenunterlagen aufgenommen und sind die maßgebliche Grundlage für den laufenden Betrieb. Aus FM-Sicht sind sie entscheidend, da sie alle Einbaulagen und Kennzeichnungen enthalten und so zukünftige Wartungs- und Umbauarbeiten sicher ermöglichen.
Betriebs- und Benutzerhandbuch (Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebs- und Wartungshandbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherer Betrieb und ordnungsgemäße Nutzung |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 12056-5, DIN 1986-3, DIN 1988-600, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Bedienung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betriebseinweisung, Instandhaltung |
Erläuterung
Das Betriebs- und Wartungshandbuch enthält alle wesentlichen Informationen zur Bedienung und Pflege der Anlagen. Es umfasst Bedienungsanleitungen, Wartungsintervalle, Prüfvorschriften sowie Hinweise zur Störungsbehebung. Nach den einschlägigen Normen (z. B. DIN 1986-3 für Abwasser, DIN 1988-600 für Trinkwasser, DIN EN 12056-5, VDI 6026) ist der Errichter verpflichtet, diese Unterlagen dem Betreiber zu übergeben. Im Facility Management dient das Handbuch als zentrales Nachschlagewerk, um Personal einzuweisen, Betriebsanweisungen zu erstellen und Schulungsmaßnahmen vorzubereiten.
Berechnung und Auslegung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Berechnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der grundsätzlichen technischen Machbarkeit |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Bemessung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Genehmigungs- und Betriebssicherheit |
Erläuterung:
In der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3 nach HOAI) werden grundlegende Auslegungsberechnungen erstellt. Dazu zählen z. B. die dimensionierende Rohrnetzberechnung, die Auslegung von Pumpen und Behältern sowie die Festlegung der Lastannahmen für den Regelbetrieb. Diese Berechnungen zeigen, dass das Anlagenkonzept technisch machbar ist und die erforderlichen Leistungsanforderungen erfüllt. Sie sind wichtige Unterlagen für die Genehmigungsanträge, da Behörden anhand der Nachweise beurteilen, ob das Projekt genehmigungsfähig ist und sicher betrieben werden kann.
Berechnung und Auslegung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Detailberechnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Umsetzungssicherheit |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Detailnachweise |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Betrieb und Wartung |
Erläuterung
In der Ausführungsplanung (HOAI LPH 5) werden die Auslegungen aus der Vorplanung weiter verfeinert und konkretisiert. In Detailberechnungen werden etwa Sicherheitsreserven bei Spitzenauslastung überprüft oder offene Aspekte geklärt (z. B. genaue Rohrreibungsverluste, konkrete Pumpenkennlinien). Diese Berechnungen dienen dazu, die Ausführbarkeit der Planung sicherzustellen und letzte Optimierungen vorzunehmen. Für das FM liefern sie eine Referenz, auf deren Basis spätere Erweiterungen oder Störungsanalysen durchgeführt werden können, da die ursprünglichen Auslegungsannahmen nachvollziehbar dokumentiert sind.
Berechnung und Auslegung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Berechnungen und Auslegung (Vergabestand) |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der beauftragten technischen Dimensionierung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Bemessungsgrundlagen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Betrieb, Nachträge und Gewährleistung |
Erläuterung
Im Rahmen der HOAI-Leistungsphase 7 werden detaillierte technische Berechnungen für Durchflussmengen, Speicher- und Pumpenleistungen sowie Abscheiderkapazitäten erstellt. Diese Dokumente legen verbindlich den Soll-Zustand der Anlage fest, einschließlich der vereinbarten Sicherheitszuschläge. Für das Facility Management sind sie unverzichtbar, um abweichende Ist-Leistungen im Betrieb zu prüfen und eventuelle Nachtragsforderungen zu bewerten. So lassen sich garantierte Leistungswerte (z.B. Reinigungsleistung, Fördermengen) mit den realen Betriebsdaten abgleichen. Darüber hinaus dienen die Vergabeunterlagen als Grundlage für Abnahmeprüfungen und als Nachweis während der Gewährleistungsphase.
Lebenszykluskostenberechnung (LCC)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Lebenszykluskostenberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Wirtschaftliche Bewertung über die Nutzungsdauer |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Investitions- |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Investitions- und Ersatzentscheidungen |
Erläuterung
Die Lebenszykluskostenberechnung umfasst alle erwarteten Kosten einer Anlage von der Anschaffung über den Betrieb und die Instandhaltung bis zur späteren Entsorgung. Dabei werden Investitions-, Betriebs-, Wartungs- und Entsorgungskosten über die gesamte Nutzungsdauer transparent gegenübergestellt. Dies erlaubt es, verschiedene Anlagenversionen unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten zu vergleichen (z.B. unterschiedliche Technologien oder Materialqualitäten). Für das FM ist die LCC ein wesentliches Planungswerkzeug: Sie liefert belastbare Entscheidungsgrundlagen für Investitionen und Ersatzbeschaffungen. Langfristig dient sie dazu, kostenintensive Optionen früh zu erkennen und betriebliche Abläufe nachhaltig zu optimieren.
Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Neuberechnung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands- und Revisionsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung bestehender Anlagen und Anpassungsbedarf |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Bestandspläne |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Weiterbetrieb, Modernisierung |
Erläuterung
Bei bestehenden Anlagen werden im Rahmen der Bestandsaufnahme alle relevanten technischen Daten ermittelt: Rohrleitungen, Behältervolumen, Pumpenleistung und Ähnliches. Diese Ist-Daten werden in übersichtlichen Plänen dargestellt und anschließend mit den aktuellen Normanforderungen neu berechnet. Ziel ist es, den tatsächlichen Zustand der Anlage zu erfassen und daraus den Anpassungsbedarf für geänderte Betriebsbedingungen abzuleiten. Für das FM bildet dieses Dokument die Grundlage, um Modernisierungen oder Erweiterungen fachgerecht zu planen. Nur mit soliden Bestandsunterlagen lassen sich Umbauten, Sanierungsmaßnahmen oder Kapazitätserweiterungen wirtschaftlich und sicher umsetzen.
Bestands- und Inventarpläne – Gas-, Wasser- und Abwassersysteme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands- und Inventarpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Übersicht und Zuordnung aller Medienleitungen und Anlagenteile |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1, DVGW W 551, DIN 18381 (VOB/C), DIN 1986-3 |
| Wesentliche Inhalte | • Leitungsführung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Wartung, Störungsbeseitigung |
Erläuterung
Bestands- und Inventarpläne dokumentieren detailgenau die Lage aller Medienleitungen (Gas-, Wasser- und Abwasserrohre) sowie zugehöriger Bauteile wie Armaturen, Ventile oder Prüfschächte. Sie entsprechen den Anforderungen von Normen wie VDI 6026-1 (Dokumentation TGA), DVGW W 551 (Rohrleitungskennzeichnung) und DIN 18381/DIN 1986-3 (Trink- bzw. Abwasserinstallationen). Ein vollständiger Bestandsplan ist heute Pflicht und wird beispielsweise in der aktuellen DIN 1986-3 ausdrücklich gefordert. Für das FM sind diese Pläne unverzichtbare Arbeitsgrundlagen: Sie ermöglichen Betrieb, Wartung und schnelle Störungsbeseitigung, weil alle Leitungswege und Zugangspunkte sofort ersichtlich sind. Fehlende oder veraltete Pläne bedeuten dagegen erhebliche Risiken und Mehraufwand bei jeder Instandhaltungsmaßnahme.
Betriebsanleitung – Fettabscheideranlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebsanleitung |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherer und bestimmungsgemäßer Betrieb von Fettabscheidern |
| Rechts- & Normbezug | DIN 4040-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Entleerungsintervalle |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Betreiberpflichten, Umwelt- und Gewässerschutz |
Erläuterung
Die Herstellervorgaben für Fettabscheider sind verbindlich: Nach DIN 4040-100 muss der Hersteller eine ausführliche Betriebs- und Wartungsanleitung bereitstellen. Diese Anleitung beschreibt genau, in welchen Zeitabständen der Abscheider zu entleeren und zu reinigen ist und welche Wartungsarbeiten durchzuführen sind (Filterkontrolle, Dichtheitsprüfung etc.). Zudem enthält sie Anweisungen für den Störfall – etwa beim Überlaufen oder bei Undichtigkeiten – um Schäden an Umwelt oder Kanalisation zu verhindern. Das FM muss diese Anweisungen umsetzen und die Einhaltung dokumentieren, da sie Teil der Betreiberpflichten nach WHG sind. Nur bei fristgerechter Wartung und protokollierten Inspektionen kann die Betriebssicherheit der Anlage gewährleistet und Bußgeldern vorgebeugt werden.
Betriebs- und Sicherheitsinformationen – Elektrische Betriebsmittel
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Elektrische Betriebs- und Sicherheitsinformationen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der elektrischen Sicherheit |
| Rechts- & Normbezug | Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU, 1. ProdSV |
| Wesentliche Inhalte | • Schutzmaßnahmen |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Prüfungen, Unterweisungen |
Erläuterung
Bei allen elektrischen Anlagenkomponenten müssen vom Hersteller ausführliche Informationen zu Sicherheit und Betrieb bereitgestellt werden. Dazu gehören Angaben zu Schutzmaßnahmen (Schutzleiter, Isolation), zu maximal zulässigen Grenzwerten (z.B. Berührungsspannungen) sowie Warnhinweise vor Gefahren. Diese Betriebs- und Sicherheitsinformationen basieren auf der Niederspannungsrichtlinie und der Produktsicherheitsverordnung und sind Voraussetzung für jede Elektroinstallation. Für das Facility Management sind sie unverzichtbar: Sie dienen als Grundlage für die regelmäßigen Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 (bzw. VDE-Regeln) und für die Unterweisung des Wartungspersonals. Nur mit diesen Informationen können sichere Arbeitsbedingungen sichergestellt und Prüfintervalle korrekt festgelegt werden.
Interdisziplinäre Betriebsanweisung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Interdisziplinäre Betriebsanweisung |
| Zweck & Geltungsbereich | Gewerkeübergreifende Regelung des Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Zuständigkeiten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Koordination, Haftungsvermeidung |
Erläuterung
Die interdisziplinäre Betriebsanweisung fasst gewerkeübergreifend alle Regeln für den Anlagenbetrieb zusammen. Sie legt fest, welche Stelle wofür verantwortlich ist (Zuständigkeiten) und wie die Schnittstellen zwischen z.B. der Gebäudetechnik und der Haustechnik im Betrieb organisiert sind. Gleichzeitig definiert sie zulässige Betriebszustände und das Vorgehen bei Störungen oder Wartungsarbeiten. Das Ziel ist, klare Abläufe zu schaffen und Konflikte zwischen den Gewerken zu vermeiden. Für das FM ist dieses Dokument deshalb zentral: Es sorgt dafür, dass Verantwortungen transparenter sind, Abstimmungsprozesse festgelegt sind und im Störungsfall schnell reagiert werden kann.
Betriebstagebuch / Betriebsprotokoll
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebstagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Dokumentation des Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | VDI-MT 3810-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebszustände |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Nachweisführung, Störungsanalyse |
Erläuterung
Das Betriebstagebuch erfasst fortlaufend alle wesentlichen Betriebsdaten und Ereignisse der Anlage. Typische Eintragungen sind Bedienungs- und Betriebszustände, erfolgte Wartungs- oder Prüfmaßnahmen und aufgetretene Störungen. Als lückenloses Protokoll der Anlagenhistorie ermöglicht es, jeden Eingriff und jeden Messwert nachzuvollziehen. Für das FM ist das Betriebstagebuch ein zentrales Instrument: Es erleichtert die Ursachenanalyse bei Störungen und dient als Nachweis gegenüber Auditoren oder Behörden. Durch die regelmäßige Dokumentation kann der Anlagenbetrieb transparent gesteuert und optimiert werden.
Betriebskostenberechnung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebskostenberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Prognose und Kontrolle laufender Kosten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Energie |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Budgetierung, Kostencontrolling |
Erläuterung
Die Betriebskostenberechnung fasst alle voraussichtlichen laufenden Kosten für Energie, Wasser, Abfallentsorgung und Wartung zusammen. Auf Grundlage der technischen Auslegungsdaten (Betriebszeiten, Durchflussmengen usw.) werden jährliche Kosten prognostiziert. Diese Kalkulation dient dem FM als Budgetierungshilfe und Vergleichsgrundlage: Tatsächliche Aufwendungen können den Soll-Werten gegenübergestellt werden. Weichen die Ist-Kosten erheblich ab, signalisiert dies Optimierungsbedarf (z.B. veraltete Pumpen mit hohem Energieverbrauch). Die Betriebskostenrechnung wird in der Regel zu Projektbeginn erstellt und im laufenden Betrieb fortgeschrieben, um die Wirtschaftlichkeit des Anlagenbetriebs zu überwachen.
Betriebstagebuch – Leichtflüssigkeitsabscheider
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebstagebuch Leichtflüssigkeitsabscheider |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis des ordnungsgemäßen Betriebs |
| Rechts- & Normbezug | DIN 1999-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Entleerungen |
| Verantwortlich | Betreiber / Wartungspersonal |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Behördennachweis |
Erläuterung
Das Betriebstagebuch für Leichtflüssigkeitsabscheider dokumentiert alle Entleerungen, Wartungen und Prüfungen an der Anlage. Nach DIN 1999-100 sind Betreiber verpflichtet, diese Vorgänge lückenlos zu protokollieren, um den regelkonformen Betrieb nachweisen zu können. Die Behörden müssen bei Kontrollen Einsicht in dieses Buch erhalten; fehlende oder fehlerhafte Eintragungen gelten als Verstoß gegen die Betreiberpflichten. Für das FM hat dies große Bedeutung: Das Betriebstagebuch ist Pflichtbestandteil der Selbstüberwachung und muss sicher aufbewahrt werden. Gleichzeitig bildet es eine wertvolle Historie zur Analyse von Leerungsintervallen und Wartungszeiten der Anlage.
Betriebsbuch – Fettabscheideranlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebsbuch Fettabscheider |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Dokumentation des Betriebs und der Wartung von Fettabscheideranlagen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 4040-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Entleerungen |
| Verantwortlich | Betreiber / Wartungspersonal |
| Praxisbezug FM | Nachweis gegenüber Behörden und Entsorgern |
Erläuterung
Gemäß DIN 4040-100 ist für Fettabscheider ein Betriebsbuch (als Betriebstagebuch) zu führen. Darin müssen alle Zeitpunkte von Eigenkontrollen, Wartungen, Überprüfungen und Entleerungen sowie die zugehörigen Prüfergebnisse und eingeleiteten Maßnahmen protokolliert werden. Auch verwendete Reinigungs- und Hilfsstoffe werden dokumentiert. Der Betreiber ist verpflichtet, dieses Betriebstagebuch zusammen mit allen Prüfberichten aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen. Im Facility Management dient das Betriebsbuch damit als dauerhafter Nachweis gegenüber Behörden und Entsorgungsunternehmen, dass der Fettabscheider ordnungsgemäß betrieben und gewartet wird. Alle Einträge (z.B. Entleerungsdatum, Befund, Fehlerbehebung) sichern die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die Betriebssicherheit.
Betriebstagebuch – Einleitung von Abwasser in Gewässer
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebstagebuch Abwassereinleitung |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation genehmigter Einleitungen aus Industrieanlagen |
| Rechts- & Normbezug | Abwasserverordnung (AbwV) |
| Wesentliche Inhalte | • Abwassermengen |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Genehmigungsnachweis |
Erläuterung
Nach §3 AbwV und zugehörigen Anlagen müssen Betreiber von Industrieabwässern die Einleitbedingungen in einem Abwasserkataster oder Betriebstagebuch dokumentieren. Typischerweise umfasst dies die kontinuierliche Aufzeichnung der Abwassermengen, der Konzentrationen relevanter Schadstoffe und aller Überschreitungen von Grenzwerten. So kann lückenlos nachgewiesen werden, dass die festgelegten Einleitauflagen (z.B. pH, Nährstoff- oder Schadstoffgrenzwerte) eingehalten werden. Für das Facility Management ist dieses Tagebuch ein zentrales Instrument zur Einhaltung der Umwelt-Compliance und Risikokontrolle: Es belegt gegenüber Behörden und Audits, dass die Einleitungen gemäß den wasserrechtlichen Vorgaben erfolgen.
Brandschutz- / Brandfall-Steuermatrix
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Brandfall- und Steuermatrix |
| Zweck & Geltungsbereich | Definition des Anlagenverhaltens im Brand- und Notfall |
| Rechts- & Normbezug | VDI 3819-3, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Abschaltungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Brandschutz |
| Praxisbezug FM | Notfallmanagement, Feuerwehrabstimmung |
Erläuterung
In der Ausführungsplanung (HOAI LPH 5) entstehen ausführungsreife Zeichnungen und Schemata. Dazu gehören Rohrleitungspläne, Strang- und Prozessfließbilder sowie Anordnungspläne, die Aufbau und Dimensionierung der Abwasserbehandlungsstufen zeigen (z.B. Pumpen, Rohrleitungen, Reinigungsanlagen). Diese grafischen Darstellungen veranschaulichen beispielsweise die Zulauf- und Ablaufwege, die Lage von Ventilen und Messstellen sowie die Zugänglichkeit zu Wartungsöffnungen. Sie bilden die Montage- und Installationsgrundlage und ermöglichen dem FM, frühzeitig die Wartungs- und Betriebssicherheit zu prüfen. (Gemäß HOAI sollen u.a. Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen erstellt werden.)
Lösungsdarstellungen – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Grafische Lösungsdarstellungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Visualisierung der geplanten technischen Umsetzung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Prozessstufen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Montage und Betrieb |
Erläuterung
In der Ausführungsplanung (HOAI LPH 5) entstehen ausführungsreife Zeichnungen und Schemata. Dazu gehören Rohrleitungspläne, Strang- und Prozessfließbilder sowie Anordnungspläne, die Aufbau und Dimensionierung der Abwasserbehandlungsstufen zeigen (z.B. Pumpen, Rohrleitungen, Reinigungsanlagen). Diese grafischen Darstellungen veranschaulichen beispielsweise die Zulauf- und Ablaufwege, die Lage von Ventilen und Messstellen sowie die Zugänglichkeit zu Wartungsöffnungen. Sie bilden die Montage- und Installationsgrundlage und ermöglichen dem FM, frühzeitig die Wartungs- und Betriebssicherheit zu prüfen. (Gemäß HOAI sollen u.a. Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen erstellt werden.)
Lösungsbeschreibungen – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Lösungsbeschreibung |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten Ausführung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungsumfang |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung
Die Technische Lösungsbeschreibung nach LPH 7 dokumentiert abschließend die im Vergabeverfahren beauftragte Anlagenlösung. Sie enthält eine vollständige, detaillierte Aufzählung aller Komponenten mit Herstellerspezifikationen (Typ, Fabrikat), Leistungsdaten und Schnittstellen. Abweichungen vom ursprünglichen Entwurf sowie technische Klärungen und Verantwortlichkeitsabgrenzungen anderer Gewerke werden ebenfalls festgehalten. Dieses Dokument wird Teil der Vergabeunterlagen (nach DIN 18379/18381 VOB/C) und ist bei Projektabschluss die Basis für Nachtragsforderungen, Mängelrügen und Gewährleistungsprüfungen. Für das FM ist die Lösungsbeschreibung eine zentrale Referenz: Sie erlaubt den späteren Vergleich der real installierten Anlage mit der ursprünglich ausgeschriebenen Lösung und dient als Leitfaden für Wartungshandbücher und Systemdokumentationen.
Datenerfassung, Analysen und Optimierungsprozesse
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Analyse- und Optimierungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung und Verbesserung des Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebsdaten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kosten- und Energieoptimierung |
Erläuterung
In Datenerfassungs- und Analyseunterlagen werden im Planungs- oder Betriebsstadium die tatsächlichen Leistungs- und Effizienzkennzahlen der Anlage gesammelt und ausgewertet. Dies umfasst etwa Messreihen (z.B. Zulauf/ Ablauf, Chemikalienverbrauch, Energieverbräuche), Alarmlogbücher, Systemverfügbarkeiten und Ergebnisse von Funktionstests. Die Analyse dieser Daten deckt Schwachstellen auf (etwa Verzögerungen, Leistungsverluste) und liefert Ansatzpunkte für Optimierungen: Zum Beispiel Anpassungen von Steuerungsparametern, Optimierung von Wartungsintervallen oder ergänzende Maßnahmen zur Leistungssteigerung. Solche Dokumente ermöglichen ein datenbasiertes Verbesserungsmanagement. Das FM kann damit proaktiv handeln (Predictive Maintenance) und langfristig Betriebskosten sowie Energieverbrauch senken.
Instandhaltungsunterlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung des ordnungsgemäßen Anlagenzustands |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13460 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungsintervalle |
| Verantwortlich | Betreiber / Instandhalter |
| Praxisbezug FM | Betreiberpflichten, Auditfähigkeit |
Erläuterung
Die Instandhaltungsdokumentation nach DIN EN 13460 (u.a.) fasst alle relevanten technischen und organisatorischen Informationen für die Wartung und Pflege der Anlage zusammen. Sie enthält Inspektions- und Wartungspläne (z.B. regelmäßige Checklisten), Anleitungen für die Instandsetzung, Schmier- und Austauschpläne, Ersatzteilkataloge und die Protokolle durchgeführter Instandhaltungsmaßnahmen. Ziel ist es, den funktionsfähigen Zustand der Anlage dauerhaft zu erhalten. Die Unterlagen dokumentieren klar die Intervalle und Ergebnisse aller Prüfungen und Instandsetzungen. Damit bilden sie das Rückgrat der Betreiberverantwortung: Sie dienen als Nachweis bei Audits (z.B. nach Betriebssicherheitsverordnung) und erfüllen behördliche Anforderungen an die Anlagenpflege. Nur mit lückenloser Instandhaltungsdokumentation lässt sich rechtssicher belegen, dass der Betreiber seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist.
Dokumentation von Dämm- und Brandschutzarbeiten (TGA)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungs- und Revisionsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis normgerechter Dämm- und Brandschutzmaßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18421 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Materialien |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praxisbezug FM | Brandschutzrevision, Umbauten |
Erläuterung
Für alle ausführungsrelevanten Dämm- und Brandschutzmaßnahmen sind gemäß VOB/C (DIN 18421) die verwendeten Baustoffe und deren Feuerwiderstandsklassen sowie die genauen Einbauorte zu dokumentieren. Dazu gehört etwa eine ausführliche Bestandsdokumentation von Rohrleitungs- und Mauerdurchführungen mit Dämm- oder Abschottmaterial. Diese Unterlagen dienen dem Facility Management bei Brandschutzüberprüfungen und nachträglichen Umbauten als Beleg: Alle Abschottungen und Dämmschichten müssen dauerhaft den Brandschutzanforderungen genügen. Nur so kann sichergestellt werden, dass bei Änderungen im Bestand alle Durchdringungen „fachgerecht geschlossen“ bleiben und im Ernstfall die Funktionserhaltung gegeben ist.
Bauablaufdokumentation / Bautagebuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bautagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachvollziehbarkeit des Bau- und Montageprozesses |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Baufortschritt |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Gewährleistung, Revision |
Erläuterung
Im Bautagebuch (Baubuch) dokumentiert der verantwortliche TGA-Fachplaner oder Bauleiter täglich den Ablauf der Bau- und Montagearbeiten. Es enthält Eintragungen zu Witterung, Baufortschritt, eingesetzten Arbeitskräften, Materialanlieferungen, getroffenen Absprachen, Abnahmen und aufgetretenen Mängeln. So entsteht ein lückenloses Protokoll des gesamten Errichtungsprozesses. Für das FM ist das Bautagebuch wichtig, um bei späteren Gewährleistungsfragen oder Abnahmen nachvollziehen zu können, wann und wie bestimmte Leistungen erbracht bzw. Mängel behoben wurden. Es bildet damit eine zentrale Nachweisgrundlage für Ansprüche an den Bauausführer.
Vergabedokumentation
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabe- und Wertungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Rechtssichere Durchführung von Vergabeverfahren |
| Rechts- & Normbezug | VOB/A 2019, VgV, UVgO, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Vergabevermerk |
| Verantwortlich | Öffentlicher Auftraggeber / Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Nachtragsmanagement |
Erläuterung
Die Vergabedokumentation fasst alle Unterlagen des Beschaffungsverfahrens zusammen. Bei öffentlichen Vorhaben gemäß VOB/A 2019, VgV bzw. UVgO und HOAI muss z.B. ein Vergabevermerk, Bewertungsmatrizen für eingegangene Angebote und die schriftliche Zuschlagsbegründung vorhanden sein. Diese Dokumente sichern die Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens und die Nachprüfbarkeit der Entscheidungen. Für das FM ist die Vergabedokumentation vor allem bei öffentlichen Projekten von Bedeutung, da sie die Grundlage für das Vertrags- und Nachtragsmanagement bildet. Sie ermöglicht es, spätere Leistungsänderungen oder Ansprüche darauf zu beziehen, was vertraglich vereinbart und beauftragt worden ist.
Schadensdokumentation – Grundstücksentwässerung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Dokumentation festgestellter Schäden |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis und Bewertung von Schäden an Entwässerungsleitungen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 1986-30 |
| Wesentliche Inhalte | • Schadensart |
| Verantwortlich | Betreiber / Instandhaltung |
| Praxisbezug FM | Sanierungsplanung, Versicherungs- und Behördennachweis |
Erläuterung
Die Schadensdokumentation erfasst systematisch alle festgestellten Mängel (z. B. Risse, Versätze oder Undichtigkeiten) der Grundstücksentwässerung und bewertet sie nach Ursache, Ausmaß und Gefährdung. Nach DIN 1986-30 ist die regelmäßige Aufnahme und Beurteilung dieser Schäden vorgeschrieben. Sie bildet die Grundlage für Instandsetzungs- und Sanierungsentscheidungen, indem Art und Umfang der Schäden festgehalten und konkrete Sanierungsmaßnahmen empfohlen werden. Für das FM dient diese Dokumentation der Priorisierung von Reparaturmaßnahmen und liefert sachkundige Nachweise gegenüber Versicherungen und Aufsichtsbehörden über den Zustand der Leitungen und geplante Instandhaltungen.
Produktbegleitende Dokumentation – Abwasserhebeanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Herstellerdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normkonformen Ausführung und Nutzung |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 12050-1, DIN EN 12050-2 |
| Wesentliche Inhalte | • Typendaten |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Wartung, Gewährleistung |
Erläuterung
Unter die produktbegleitende Dokumentation fallen alle vom Hersteller bereitgestellten technischen Unterlagen der Abwasserhebeanlage – zum Beispiel Typenschild, Montageanleitung sowie Betriebs- und Wartungshandbücher. Diese Herstellerinformationen sind nach DIN EN 12050-1/2 verbindlich und belegen, dass die Hebeanlage den einschlägigen Normen entspricht. Sie enthalten wesentliche Angaben zu Einbauvorschriften, Leistungsdaten und zulässigen Betriebsparametern (z. B. Maximallast, Füllhöhen, Sicherheitsfunktionen). Im FM werden diese Unterlagen vollständig im Anlagenkataster archiviert. Sie bilden die Grundlage für einen sicheren Betrieb und die Wartungsplanung: Wichtige Wartungsintervalle und Ersatzteilanforderungen können direkt daraus abgeleitet werden, und sie sind entscheidend für die Abwicklung von Gewährleistungsansprüchen.
Eignungsnachweis des Auftragnehmers
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Nachweis der fachlichen und wirtschaftlichen Eignung |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung qualifizierter Ausführung |
| Rechts- & Normbezug | VOB/A 2019 |
| Wesentliche Inhalte | • Referenzen |
| Verantwortlich | Bieter / Auftragnehmer |
| Praxisbezug FM | Qualitätssicherung, Haftungsprävention |
Erläuterung
Bei Bauvergaben nach VOB/A (§6a) muss jeder Bieter seine fachliche Eignung, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit nachweisen. Typische Eignungsnachweise enthalten Listen vergleichbarer Referenzprojekte der letzten Jahre sowie Angaben zur Qualifikation des technischen Personals und zur finanziellen Ausstattung des Unternehmens. Im FM ist dieser Nachweis wichtig, um sicherzustellen, dass nur qualifizierte Fachfirmen beauftragt werden. Er dient der Qualitätssicherung und Haftungsprävention, da damit die Leistungsfähigkeit des ausführenden Unternehmens (auch über die Gewährleistungsfrist hinaus) bewertet werden kann.
Mengenermittlung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mengenermittlung |
| Zweck & Geltungsbereich | Quantitative Grundlage für Kosten- und Vergaberechnung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Rohrlängen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kostenkontrolle, Nachtragsprüfung |
Erläuterung
Die Mengenermittlung erfasst sämtliche für die Entwässerungsanlage benötigten Mengen – z. B. Gesamtlängen der Rohre, Stückzahlen und Dimensionen der Schächte, Anzahl und Leistung der Pumpen sowie verwendete Armaturen. Sie wird im Rahmen der HOAI-Planungsphasen erstellt und bildet die Basis für das Leistungsverzeichnis und eine realistische Kostenschätzung. Durch diese genaue Erfassung kann sichergestellt werden, dass keine Leistungsposition bei der Ausschreibung übersehen wird. Für das FM ist die dokumentierte Mengenermittlung ein zentrales Kontrollinstrument: Bereits während der Bauausführung können Soll- und Ist-Mengen verglichen und Kostenabweichungen frühzeitig erkannt werden. Später dient sie als Referenz bei Nachträgen und Umbauten, da sich die Auswirkungen auf Kosten und Umfang von Änderungen anhand der Originalmengen transparent bewerten lassen.
Fachunternehmererklärung – Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Fachunternehmererklärung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normgerechten Ausführung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungsumfang |
| Verantwortlich | Auftragnehmer |
| Praxisbezug FM | Abnahme, Gewährleistung |
Erläuterung
Die Fachunternehmererklärung ist eine schriftliche Erklärung des ausführenden Fachbetriebs, dass die erbrachten Installationsleistungen für Gas, Wasser oder Abwasser normgerecht ausgeführt wurden (insbesondere gemäß den Vorgaben der DIN 18381). Sie wird vom Auftragnehmer nach Fertigstellung der Arbeiten erstellt und zusammen mit den übrigen Abnahmeunterlagen an den Betreiber übergeben. Mit seiner Unterschrift bestätigt der Errichter seine technische Verantwortung für die fachgerechte Ausführung. Für das FM ist die Fachunternehmererklärung bei der Abnahme und im Gewährleistungsfall wichtig, da sie als Nachweis dient, dass die Arbeiten vertragsgerecht und vorschriftsgemäß erfolgt sind.
Fundament- und Aufstellpläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Fundament- und Aufstellpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Standsichere und normgerechte Aufstellung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Abmessungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Fachplaner |
| Praxisbezug FM | Umbauten, Standsicherheitsprüfung |
Erläuterung
Fundament- und Aufstellpläne sind statische Bauzeichnungen, die definieren, wie schwere Anlagenkomponenten (z. B. Hebeanlagen, Pumpensumpfe) auf dem Baugrund fundiert werden. Sie enthalten alle Abmessungen des Betonfundaments, die Lastannahmen (etwa Eigengewicht, dynamische Belastungen) und Vorgaben zur Betongüte und Erdung. So empfiehlt die FM-Praxis beispielsweise generell Plattenfundamente aus Beton (z. B. C20/25) entsprechend der relevanten Lastfälle auszulegen. Für das Facility Management sind diese Pläne bei späteren Umbauten oder Erweiterungen unverzichtbar: Sie dokumentieren die ursprüngliche Tragwerksauslegung und ermöglichen eine statische Überprüfung, ob der Bestand an geänderte Belastungen angepasst werden kann.
Funktions- und Strangschema – LPH 8 (Bestand)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktions- und Strangschema (as-built) |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung der realisierten hydraulischen Funktion |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • Förderwege |
| Verantwortlich | Auftragnehmer |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Störungsanalyse |
Erläuterung
Das Funktions- und Strangschema (Bestandsplan) veranschaulicht den tatsächlichen Aufbau und die hydraulischen Zusammenhänge der Abwasseranlage. Es enthält schematische Darstellungen aller real installierten Rohrstränge, Pumpen, Ventile und Notüberlauf-Wege, jeweils mit eindeutiger Kennzeichnung. Durch Beschriftung mit den realen Anlagenkennzeichen erhält der Betreiber einen schnellen Gesamtüberblick über das Netz. Die FM-Praxis nutzt dieses Dokument intensiv für den Betrieb und die Instandhaltung: Es erleichtert die Wartungsplanung und Fehleranalyse erheblich, da Techniker auf einen Blick erkennen können, welcher Strang oder welches Bauteil von einer Störung betroffen ist.
Funktions- und Strangschema – LPH 3 (Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Konzeptionelles Schema |
| Zweck & Geltungsbereich | Konzeptionelle Darstellung der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Systemkonzept |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Betriebseinschätzung |
Erläuterung
Im Entwurfsstadium (Leistungsphase 3) wird ein konzeptionelles Funktionsschema erstellt, das den geplanten Systemaufbau skizziert. Es stellt systematisch das angestrebte Leitungsnetz und die wesentlichen Funktionen sowie grobe Lastannahmen dar. Nach HOAI und VDI 6026-1 gehört dieses Schema zur Entwurfsplanung und zeigt die geplante Grundstruktur (z. B. Hauptleitungstrassen, Pumpenstandorte, erforderliche Förderleistungen). Für den FM ermöglicht dieses Dokument eine erste Bewertung der Betriebsfähigkeit der Anlage und der benötigten Wartungsressourcen. Man kann bereits im Vorfeld einschätzen, welche Pumpengrößen notwendig sind und welche Systemkomplexität sich abzeichnen wird.
Funktions- und Strangschema – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungsschema |
| Zweck & Geltungsbereich | Umsetzungsreife Darstellung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Detailfunktionen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Betrieb und Wartung |
Erläuterung
Die schematische Darstellung in der Ausführungsplanung (LPH 5) bildet alle detaillierten Funktionen und Steuerungslogiken ab, wie sie real umgesetzt werden sollen. Das Ausführungsschema ist damit die konkrete Grundlage für die Installation. Nach der FM-Praxis ist ein solches Schema im späteren Betrieb entscheidend: Techniker können anhand des detaillierten Strangschemas sofort erkennen, welche Leitung oder welches Gerät von einer Störung betroffen ist, und es dient als Arbeitsgrundlage für alle Schalthandlungen, Wartungsarbeiten und Störungsbeseitigungen. Es wird daher meist im digitalen Anlagenkataster geführt und bei Bedarf zu Betriebs- oder Wartungshinweisen herangezogen.
Funktions- und Strangschema – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogenes Funktionsschema |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten Lösung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18379, DIN 18381, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Beauftragte Komponenten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung
Das vergabebezogene Funktionsschema dokumentiert den mit der Beauftragung festgelegten Soll-Zustand der Anlage. Es zeigt alle Komponenten und Systemgrenzen auf, die laut Vergabeverfahren umgesetzt werden sollen. Damit definiert es den vertraglich vereinbarten Umfang der Abwasseranlage. Für das FM ist dieses Schema bei Nachtragsprüfungen und der Mängelverfolgung zentral: Es legt eindeutig fest, welche Leistungen im Vertrag enthalten sind und dient als Basis, um spätere Änderungen oder Mängelansprüche zu beurteilen. Das FM kann so erkennen, ob eine verlangte Leistung zusätzlich berechnet werden muss oder ob sie bereits in der vergebenen Leistungshöhe enthalten ist.
Funktionsschema (Prinzipschaltbild) – LPH 2 Vorplanung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktionsschema / Prinzipschaltbild |
| Zweck & Geltungsbereich | Grundlegendes Verständnis des Prozess- und Anlagenkonzepts |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Prozessstufen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Bewertung von Betriebsrisiken und Wartungsaufwand |
Erläuterung
Das Funktionsschema stellt die wesentlichen Prozessschritte und Systemkomponenten der Abwasserbehandlungsanlage schematisch dar. Es zeigt insbesondere, wie Abwasser und Energie durch die verschiedenen Stufen der Behandlung (z. B. mechanische Rechenreinigung, biologischer Abbau, Schlammbehandlung) geleitet werden, und definiert die Systemgrenzen zu angrenzenden Bereichen. Dadurch werden alle wichtigen Schnittstellen (etwa zur Lüftung, Stromversorgung oder übergeordneter Steuerung) bereits in der Vorplanung transparent. Nach HOAI Leistungsphase 2 ist dieses Grobkonzept verpflichtend, um das Anlagenkonzept zu veranschaulichen. Für das Facility Management ermöglicht das Funktionsschema eine frühe Einschätzung der Betriebsstabilität und möglicher Engpässe oder Ausfallpunkte. Bei der Planung können notwendige Redundanzen (zum Beispiel zusätzliche Pumpen oder Notstromversorgungen) und Sicherheitsmaßnahmen identifiziert werden. Gleichzeitig dient das Schema als Kommunikationsgrundlage mit Behörden und anderen Gewerken und bildet damit einen praxisorientierten Ausgangspunkt für Kostenschätzung, Risikobewertung und das spätere Störungsmanagement im Betrieb der Anlage.
Gebrauchsanweisung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gebrauchsanweisung |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung der bestimmungsgemäßen Nutzung von Komponenten |
| Rechts- & Normbezug | ProdSG |
| Wesentliche Inhalte | • bestimmungsgemäßer Gebrauch |
| Verantwortlich | Hersteller / Inverkehrbringer |
| Praxisbezug FM | Unterweisungen, Haftungsprävention |
Erläuterung
Die Hersteller bieten zu jeder Komponente und Anlage eine detaillierte Gebrauchsanweisung an, wie es das deutsche Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) verlangt. Diese Anweisung beschreibt den bestimmungsgemäßen Gebrauch, den korrekten Einbau, die Inbetriebnahme und Wartung sowie alle erforderlichen Sicherheits- und Warnhinweise. Sie enthält zum Beispiel Angaben zu zulässigen Betriebsparametern, erforderlichen Prüfintervallen oder Schutzmaßnahmen für den Anwender. Für den Betreiber und das FM sind diese Herstellerinformationen verbindliche Vorgaben: Sie dienen als Grundlage für die Erstellung von Betriebsanweisungen nach Arbeitsschutzgesetz sowie für Gefährdungsbeurteilungen (§ 5 BetrSichV, § 6 ArbSchG). Durch die Anwendung der Anleitung lassen sich Unfälle und Sachschäden vermeiden, und sie trägt zur Haftungsprävention bei. Im Schadensfall kann der Betreiber nachweisen, dass er die vorgeschriebenen Hinweise beachtet hat.
Wasserrechtliche Genehmigung (Errichtung, Betrieb, wesentliche Änderung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Genehmigungsbescheid |
| Zweck & Geltungsbereich | Öffentlich-rechtliche Zulässigkeit der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | WHG |
| Wesentliche Inhalte | • Auflagen |
| Verantwortlich | Behörde / Betreiber |
| Praxisbezug FM | Betriebskonformität, Behördennachweise |
Erläuterung
Für nahezu alle größeren Abwasserbehandlungsanlagen ist nach dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz (WHG) eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Der Genehmigungsbescheid der zuständigen Behörde legt verbindlich die Betriebsvoraussetzungen fest: Dazu gehören etwa Grenzwerte für Schadstoffgehalte im Abwasser, Nachweis- und Meldetermine sowie Verhaltensauflagen beim Austritt schädlicher Stoffe. Der Bescheid wird bei Errichtung, Betrieb oder wesentlichen Änderungen der Anlage ausgestellt und ist im Anlagenarchiv dauerhaft aufzubewahren. Er dokumentiert die behördliche Zulassung und ist bei Audits oder Kontrollen vorzulegen. Im FM stellt die Genehmigung sicher, dass der Betrieb des Systems den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Änderungen an der Anlage (zum Beispiel Kapazitätserweiterungen oder technische Umbauten) sind in der Regel behördlich anzeigepflichtig, damit der Genehmigungsbescheid entsprechend aktualisiert wird.
Schnittstellen- / Trade-Relationship-Matrix
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schnittstellenmatrix |
| Zweck & Geltungsbereich | Klare Abgrenzung technischer und organisatorischer Verantwortlichkeiten |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6039 |
| Wesentliche Inhalte | • Gewerkegrenzen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Koordination, Haftungsvermeidung |
Erläuterung
Die Schnittstellenmatrix definiert übersichtlich, welches Gewerk bzw. welche Funktion (z. B. Elektro, Sanitär, MSR, Bauherrschaft, externes Labor) für jeden Anlagenteil oder Prozessschritt verantwortlich ist. Typischerweise wird in einer Tabelle aufgelistet, an welchen Punkten unterschiedliche Systeme aneinandergreifen (wie z. B. Übergaben von Rohren, Datenleitungen oder elektrischer Energie) und wer dafür zuständig ist. So werden die Zuständigkeiten zwischen Planern, Lieferanten, ausführenden Firmen und dem Betreiber eindeutig geklärt. Laut VDI 6039 dient diese Matrix der Visualisierung der fachlichen Abhängigkeiten. Sie sollte bereits in der Planungsphase erstellt und im Projektverlauf fortgeschrieben werden. Für das Facility Management ist sie ein wichtiges Werkzeug, um Zuständigkeitslücken und Schnittstellenkonflikte zu vermeiden: Sie erleichtert die Koordination bei Inbetriebnahme, Störungsbeseitigung und späteren Änderungen, da jedem Arbeitsschritt die verantwortliche Stelle zugeordnet ist.
Herstellerinformationen – Leichtflüssigkeitsabscheider
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Herstellerinformationen |
| Zweck & Geltungsbereich | Betrieb und Wartung von Abscheidersystemen |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 858-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Auslegung |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Betriebssicherheit |
Erläuterung
Leichtflüssigkeitsabscheider (z. B. für Mineralölabscheider nach DIN EN 858-1) werden vom Hersteller mit ausführlichen technischen Datenblättern und Bedienungsanleitungen geliefert. Diese Herstellerinformationen beinhalten die Dimensionierung (Durchflusskapazität, Abscheideleistung), Hinweise zur fachgerechten Installation und zum Betrieb sowie konkrete Wartungsanleitungen. So ist beispielweise dokumentiert, wie oft der Abscheider auf Ölbestandteile überprüft und gesäubert werden muss, und wie die Fett- und Ölproben richtig zu entnehmen sind. Ebenso enthalten sie Vorgaben zur umweltgerechten Entsorgung der abgeschiedenen Öle und Fette. Für das FM sind diese Angaben entscheidend, um den Abscheider vorschriftsmäßig zu betreiben: Nur wenn die Wartungsintervalle und Entsorgungswege eingehalten werden, bleibt das Einleiterrecht in die Kanalisation gesichert und teure Umweltschäden werden vermieden. Außerdem liefern die Herstellerdaten wichtige Informationen zu Ersatzteilen und Ausstattungsoptionen, die für die langfristige Betriebssicherheit des Systems relevant sind.
Herstelleranleitungen – Abwasserhebeanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Herstelleranleitungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherer Betrieb von Hebeanlagen |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 12050-1, DIN EN 12050-2 |
| Wesentliche Inhalte | • Betrieb |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Ausfallsicherheit, Notfallkonzepte |
Erläuterung
Abwasserhebeanlagen (z. B. nach DIN EN 12050) verfügen über spezifische Einbau- und Betriebsanleitungen der Hersteller. Diese Herstelleranleitungen beschreiben Installation, Inbetriebnahme und sichere Nutzung der Hebeanlage. Sie erläutern Betriebsabläufe (etwa Betrieb der Pumpen, Steuerung der Schwimmerschalter) ebenso wie regelmäßige Wartungs- und Reinigungsarbeiten (z. B. Überprüfung der Rückschlagventile, Förderleistungstest). Wichtige Bestandteile sind auch Notfallmaßnahmen: So kann der Betreiber nachlesen, wie im Falle eines Stromausfalls oder einer Störung manuell entgegengewirkt wird (z. B. Notpumpen anschließen). Für das FM sind diese Anleitungen bindend: Sie liefern die Vorgaben für alle Betriebs- und Instandhaltungsprozesse. Durch die konsequente Umsetzung der Herstellerempfehlungen wird die Ausfallsicherheit der Anlage erhöht. Beispielsweise müssen vorgeschriebene Wischintervalle oder Pumpenprüfungen eingehalten werden, damit es nicht zu Rückstau oder Kontamination kommt. Oft werden die Anweisungen in Checklisten oder Wartungsplänen übernommen, um eine lückenlose Dokumentation sicherzustellen.
Instandhaltungsbericht
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungs-/Wartungsbericht |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis durchgeführter Maßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306 |
| Wesentliche Inhalte | • Tätigkeiten |
| Verantwortlich | Instandhalter |
| Praxisbezug FM | Zustandsbewertung, Auditnachweis |
Erläuterung
Nach jeder Wartung oder Instandsetzung wird ein Instandhaltungsbericht erstellt. Dieser enthält eine genaue Auflistung der durchgeführten Arbeiten (z. B. Austausch von Pumpen, Reinigung von Rechen oder Filtersystemen), die beobachteten Zustandsbefunde (Verschleiß, Undichtigkeiten, Betriebsergebnisse) sowie etwaige Empfehlungen für weitergehende Maßnahmen. Nach DIN EN 13306 dient ein solcher Bericht als formaler Nachweis der Pflegehistorie. Für das Facility Management ist er ein zentrales Dokument, um den Zustand der Anlage über die Zeit nachzuvollziehen. Die gesammelten Informationen ermöglichen eine objektive Bewertung, ob eine Reparatur genügt oder ein Austausch wirtschaftlicher ist. Gleichzeitig belegen die Berichte bei internen Audits oder behördlichen Prüfungen, dass alle Wartungen termingerecht und fachgerecht durchgeführt wurden.
Instandhaltungsplan
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Strukturierte Planung aller Maßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306, DIN EN 15331 |
| Wesentliche Inhalte | • Maßnahmen |
| Verantwortlich | Instandhalter / FM |
| Praxisbezug FM | Planungssicherheit, Budgetsteuerung |
Erläuterung
Der Instandhaltungsplan bündelt alle notwendigen Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen der Anlage in einer übersichtlichen Planung. Er enthält Angaben zu Art und Umfang jeder Maßnahme (etwa Inspektion, Schmierung, Austausch von Verschleißteilen), den empfohlenen Intervallen (z. B. monatlich, jährlich) sowie den benötigten Ressourcen (Personalstunden, Materialaufwand, externe Dienstleister). Normen wie DIN EN 13306 und DIN EN 15331 geben vor, dass solche Pläne zur systematischen Wartung zu erstellen sind. Für das Facility Management stellt der Plan ein zentrales Steuerungsinstrument dar: Er sichert die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Anlage und verhindert, dass notwendige Maßnahmen vergessen werden. Darüber hinaus ermöglicht der Instandhaltungsplan eine langfristige Budgetplanung, da alle voraussichtlichen Kosten und Termine bekannt sind. Bei Investitionsentscheidungen hilft er zudem, den optimalen Zeitpunkt für Ersatz oder Modernisierung zu ermitteln, indem er Wartungskosten und Zustandsdaten über die Jahre vergleicht.
Instandhaltungszeitplan
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungs- und Zeitplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Terminliche Steuerung |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306 |
| Wesentliche Inhalte | • Termine |
| Verantwortlich | Instandhalter / FM |
| Praxisbezug FM | Ressourcen- und Fremdfirmenkoordination |
Erläuterung
Der Instandhaltungs- oder Wartungszeitplan setzt den Instandhaltungsplan in die Praxis um: Er weist alle konkreten Termine und Fristen aus, zu denen Wartungsarbeiten erfolgen müssen, und ordnet jedem Eintrag einen Verantwortlichen zu. Häufig wird er als Jahreskalender oder als digitaler Plan mit Erinnerungsfunktionen geführt. Durch diese Terminierung ist sichergestellt, dass keine geplante Maßnahme versäumt wird. Besonders in Anlagen mit vielen Beteiligten (eigenes Wartungsteam, externe Servicefirmen) ist ein solcher Zeitplan unerlässlich. Er erleichtert die Koordination der Ressourcen: Beispielsweise können Schieber für Reinigungsarbeiten gleichzeitig mit Kontrollmessungen terminiert werden. Moderne FM-Software kann den Zeitplan zudem als Grundlage für automatisch generierte Arbeitsaufträge nutzen, was die Einhaltung der Fristen weiter unterstützt.
Anlageninventar / Inventarliste
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Inventarliste |
| Zweck & Geltungsbereich | Vollständige Erfassung aller Anlagenkomponenten |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306 |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagen-ID |
| Verantwortlich | Betreiber / FM |
| Praxisbezug FM | Asset-, Kosten- und Risikomanagement |
Erläuterung
Die Anlageninventarliste erfasst alle relevanten Einzelkomponenten der Abwasserbehandlungsanlage in einem Verzeichnis. Typische Informationen sind eine eindeutige Anlagen- oder Positionsnummer, Standort bzw. Einbauort, Baujahr, Hersteller und technischer Zustand. Damit bildet sie die Basis für jedes moderne Asset Management. Für das FM verschafft die Inventarliste einen vollständigen Überblick über vorhandene Ressourcen, deren Lebenszyklen und etwaigen Ersatzbedarf. So können Ausfallrisiken eingeschätzt und Investitionsentscheidungen planbar gemacht werden. Bei Erweiterungen oder Ersatzinvestitionen wird die Liste aktualisiert, sodass sie stets den Ist-Zustand widerspiegelt. Im Schadens- oder Garantiefall lässt sich über die Inventarliste schnell das betreffende Bauteil identifizieren und die richtige Dokumentation (z. B. Herstellerunterlagen) abrufen.
Jahresbericht zur Abwassereinleitung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Jahresbericht Abwassereinleitung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der ordnungsgemäßen Abwassereinleitung in Gewässer |
| Rechts- & Normbezug | Abwasserverordnung (AbwV) |
| Wesentliche Inhalte | • Abwassermengen |
| Verantwortlich | Betreiber der Abwasserbehandlungsanlage |
| Praxisbezug FM | Behördennachweis, Umwelt-Compliance |
Erläuterung
Der Jahresbericht zur Abwassereinleitung ist ein zentrales Nachweisdokument für die Wasserbehörde. Er fasst die Ergebnisse der betrieblichen Selbstüberwachung der Abwasseranlage über das Kalenderjahr zusammen. Typischerweise werden hier Monatsbilanzen der abgeleiteten Abwassermengen und der wesentlichen Schadstoffbelastungen (z.B. CSB, BSB, Nährstoffgehalte) tabellarisch aufgeführt. Zudem wird dokumentiert, ob und wo Grenzwerte nach der Abwasserverordnung eingehalten wurden. Alle aufgetretenen Betriebsstörungen oder übermäßig hohen Belastungen sind zu erläutern. Der Bericht enthält auch Angaben zu Schlammaufkommen, Betriebs- und Hilfsstoffverbräuchen sowie durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen. Damit dient der Jahresbericht sowohl der Nachweisführung gegenüber den Behörden als auch der internen Umwelt-Compliance. Er ermöglicht es dem FM, die Anlagenleistung jährlich zu beurteilen und gegebenenfalls Optimierungsmaßnahmen abzuleiten.
Aufgabenklärung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Aufgabenklärungsdokument |
| Zweck & Geltungsbereich | Definition von Anforderungen, Zielen und Randbedingungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Abwassercharakteristik |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vermeidung von Fehlplanungen |
Erläuterung
Die Aufgabenklärung, oft Bestandteil der frühen Leistungsphasen nach HOAI, stellt sicher, dass alle relevanten betrieblichen, gesetzlichen und wirtschaftlichen Anforderungen rechtzeitig definiert werden. In diesem Dokument werden etwa die Zusammensetzung und Menge des einzuleitenden Abwassers (Abwassercharakteristik), erforderliche Anlagenkapazitäten sowie gewünschte Reinigungsgrade festgehalten. Auch betriebsspezifische Randbedingungen wie Schichtbetrieb, Energieeffizienz oder Instandhaltungszyklen werden geklärt. Die Aufgabenklärung bildet die Grundlage für die weitere Planung und dient dem Facility Management als Referenz, um später die Konformität der technischen Lösung mit den ursprünglichen Anforderungen zu prüfen. Eine gründliche Aufgabenstellung verhindert teure Nachplanungen und trägt zur Rechtssicherheit im Betrieb bei.
Kostenberechnung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Ermittlung der Investitionskosten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Kostengruppen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Budgetfreigabe, Investitionsentscheidung |
Erläuterung
Die Kostenberechnung wird nach Abschluss der Entwurfsplanung (i.d.R. HOAI Leistungsphase 3) erstellt und stellt die wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage für Neubau, Erweiterung oder Sanierung der Abwasseranlage dar. Sie umfasst eine Aufgliederung der voraussichtlichen Gesamtkosten nach Kostengruppen (nach DIN 276), üblicherweise mindestens bis zur zweiten Ebene (z. B. 300 Anlagen, 400 Tragswerk, 700 Ausstattung). Als Grundlagen dienen durchkalkulierte Mengengerüste und detaillierte Stücklisten. Die Kostenberechnung muss realistische Annahmen zu Material- und Lohnkosten sowie möglichen Baupreisrisiken enthalten. Für das FM ist dieses Dokument wichtig zur Freigabe von Budgets und zur Einschätzung der langfristigen Kostenbelastung. Sie legt auch fest, welche Leistungen im Projektumfang enthalten sind, und dient somit als Grundlage für Vertragsverhandlungen und späteres Kostencontrolling.
Kostenfeststellung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenfeststellung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der tatsächlich angefallenen Kosten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Endkosten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kostencontrolling, Benchmarking |
Erläuterung
Nach Abschluss des Bauprojekts wird die Kostenfeststellung erstellt, um die tatsächlich angefallenen Kosten der Abwasseranlage zu dokumentieren. Sie erfolgt gemäß HOAI in der letzten Leistungsphase und dient der transparenten Nachkalkulation. Die Kostenfeststellung listet die finalen Endkosten auf, gegliedert nach Kostengruppen (z.B. entsprechend DIN 276), und weist Abweichungen gegen die vorherige Kostenberechnung aus. Gründe für Mehr- oder Minderkosten (z.B. Mengenänderungen, Planungsänderungen, Preissteigerungen) werden erläutert. Für das Facility Management bietet sie die Grundlage, um die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu bewerten. Die dokumentierten Ist-Kosten sind zudem wertvolle Benchmark-Daten für künftige Investitionen und für das betriebliche Rechnungswesen.
Kostenschätzung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenschätzung |
| Zweck & Geltungsbereich | Grobe Kostenorientierung in frühen Planungsphasen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Vergleichswerte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Strategische Investitionsplanung |
Erläuterung
Die Kostenschätzung wird zu Beginn des Projekts – meist nach der Vorplanung (HOAI Leistungsphase 2) – als vorläufige Kalkulation erstellt. Sie bietet dem FM eine erste Größenordnung der zu erwartenden Investitionen und wird häufig auf Basis von Erfahrungswerten oder Vergleichsprojekten ermittelt. Dabei werden Bau- und Technologiekosten für die Abwasseranlage und ihr Umfeld abgeschätzt. Die Kostenschätzung enthält oft Kostenbänder oder Richtwertangaben, da Detailpläne noch fehlen. Sie bildet die Grundlage für Grundsatzentscheidungen (z. B. Variantenvergleich, Wirtschaftlichkeitsrechnung) und die Finanzierungsvorbereitung. Die Genauigkeit ist geringer als bei der Kostenberechnung, dennoch muss die Kostenschätzung sorgfältig begründet sein, um Fehlplanungen zu vermeiden.
Leistungs- und Funktionsprüfungen (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüf- und Funktionsnachweise |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der planungs- und vertragskonformen Funktion |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Messwerte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Abnahme, Optimierung |
Erläuterung
Funktionsprüfungen und Leistungstests werden im Rahmen der Inbetriebnahme nach Fertigstellung der Anlage durchgeführt. Sie dienen dem Nachweis, dass die Anlage vertrags- und planungsgemäß arbeitet. Zu den Prüfungen gehören zum Beispiel Durchflussmessungen, Druck- und Förderleistungstests bei Pumpen sowie Überprüfung von Fühlern und Steuerungssystemen. Es werden Prüfprotokolle erstellt, die Soll- und Ist-Werte dokumentieren. Ein Demonstrationsbetrieb mit ausgewählten Lastprofilen kann integriert werden. Für das FM sind die Prüfberichte wichtig, da sie als technischer Referenzwert dienen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse können Feineinstellungen erfolgen und eventuelle Mängel vor Abnahme behoben werden. Die Abnahme der Anlage erfolgt in der Regel unter Beteiligung des Betreibers und technischer Fachleute auf Basis dieser Nachweise.
Meldung nicht behebbarer Mängel bei Wartung (Hebeanlagen / Tauchpumpen)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mängel- und Störungsmeldung |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation sicherheits- oder funktionsrelevanter Restmängel |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 12056-4 |
| Wesentliche Inhalte | • Mängelbeschreibung |
| Verantwortlich | Wartungsfachkraft |
| Praxisbezug FM | Risikomanagement, Instandsetzungsplanung |
Erläuterung
Bei regelmäßiger Inspektion und Wartung von Hebeanlagen und Tauchpumpen können Mängel festgestellt werden, die nicht sofort behoben werden können (z.B. defekte Dichtungen, Schäden an Laufrädern). Laut DIN EN 12056-4 müssen solche festgestellten, aber nicht behebbaren Mängel dokumentiert und dem Anlagenbetreiber schriftlich gemeldet werden. Die Meldung enthält eine detaillierte Beschreibung des Mangels, eine Einschätzung des Risikos für den weiteren Betrieb und Empfehlungen für Folgemaßnahmen. Für das Facility Management ist dieses Dokument essentiell, um Betriebsrisiken zu bewerten. Es dient dazu, sofortige Gegenmaßnahmen zu planen – etwa die schnelle Beschaffung von Ersatzteilen oder die temporäre Nutzung von Redundanzsystemen – und kann Grundlage sein, um bei gravierenden Mängeln den Betrieb einzuschränken oder Stilllegungsanträge zu prüfen.
Installationspläne – Abwasser-, Wasser- und Gassysteme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Installations- und Bestandspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung der Leitungsführung und Anschlusspunkte |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Rohrtrassen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Wartung, Umbauten |
Erläuterung
Installations- und Bestandspläne dokumentieren die exakten Verläufe von Abwasser-, Trinkwasser- und Gasanlagen im Gebäude und auf dem Grundstück. Sie zeigen Rohrtrassen, Einbindungsstellen, Schieberstellungen, Steigleitungen und Gefällelinien. Nach der Fertigstellung erstellt der Errichter as-built-Pläne entsprechend den Vorgaben der DIN 18381, Teil der VOB/C. Diese Pläne gehören zu den zentralen Betriebsunterlagen. Für das Facility Management sind sie unverzichtbar, um Instandhaltungsarbeiten, Umbauten oder Sanierungen fachgerecht zu planen. Nur mit aktuellen Installationsplänen können Monteure Rohrbrüche oder Verstopfungen gezielt beheben und künftige Anlageerweiterungen präzise vorbereiten. Darüber hinaus dient die Dokumentation als Nachweis für die korrekte Ausführung der Installation.
Bauphysikalische und statische Nachweise (Dämm- und Brandschutz)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bauphysikalische und statische Nachweise |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis normgerechter Dämm- und Brandschutzmaßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18421 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Materialkennwerte |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praxisbezug FM | Brandschutzrevision, Umbauprüfung |
Erläuterung
Bei Abwasseranlagen müssen Dämmung (z.B. gegen Einfrieren oder Schallübertragung) und Brandschutz gemäß den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt werden. Die bauphysikalischen und statischen Nachweise belegen, dass alle vorgeschriebenen Dämmstoffe (Wärme-, Kälte- und Brandschutz) sowie Brandabschottungen nach VOB/C ausgeführt sind. Dabei werden u.a. die verwendeten Materialien mit ihren Kennwerten dokumentiert sowie Einbau-Schemata festgehalten. Für das Facility Management sind diese Nachweise wichtig, um die langfristige Wirksamkeit der Wärmedämmung und Brandschutzmaßnahmen zu sichern. Bei der Brandschutzrevision oder bei baulichen Änderungen muss geprüft werden, ob bestehende Abschottungen weiterhin intakt sind. Die Dokumente liefern die Basis, um den gebäudebezogenen Brandschutz auf dem aktuellen Stand zu halten und rechtliche Vorgaben (z. B. Feuerverhütungsvorschriften) zu erfüllen.
Objektbegehungsbericht – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Objektbegehungsbericht |
| Zweck & Geltungsbereich | Systematische Erfassung des Ist-Zustands |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenzustand |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Maßnahmenpriorisierung |
Erläuterung
Der Objektbegehungsbericht wird von einem Fachplaner erstellt, um den aktuellen Zustand der Abwasseranlage systematisch zu dokumentieren. Im Rahmen einer Begehung werden alle relevanten Anlagenkomponenten (Pumpen, Behälter, Leitungen etc.) inspiziert und erfasst. Mängel und Abnutzungserscheinungen werden ebenso vermerkt wie der allgemeine Anlagenzustand. Der Bericht enthält zudem konkrete Empfehlungen für Instandhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen. Für das Facility Management ist dieser Bericht eine fundierte Entscheidungsgrundlage: Er ermöglicht eine Priorisierung von Maßnahmen im Instandhaltungs- oder Sanierungsplan und zeigt auf, wo kurzfristiger Handlungsbedarf besteht. So kann das FM Budget und Ressourcen gezielt auf kritische Teilbereiche lenken und die langfristige Anlagenverfügbarkeit sichern.
Anschluss- und Medienpläne für gelieferte Maschinen und Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anschluss- und Medienpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung der korrekten hydraulischen, elektrischen und steuerungstechnischen Anbindung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Zulauf-/Ablaufpunkte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Umbauten, Störungsbeseitigung |
Erläuterung
Anschluss- und Medienpläne dokumentieren alle relevanten Zuleitungen, Abgänge und Belüftungen sowie die elektrischen und steuerungstechnischen Anschlüsse der Abwasserbehandlungsanlage. Sie ermöglichen dem Facility Manager, bei Wartung, Reparatur oder Umbaumaßnahmen die betreffenden Anschlusspunkte schnell zu identifizieren und sicher abzuschalten. Auf dieser Grundlage können Eingriffe gezielt erfolgen, ohne unbeabsichtigte Unterbrechungen im Abwasserfluss zu verursachen. Dadurch gewährleisten die Pläne, dass Erweiterungen, Erweiterungsarbeiten und Wartungsarbeiten zuverlässig umgesetzt werden können, ohne den laufenden Betrieb der Anlage zu gefährden. In der Regel werden diese Pläne vom TGA-Planer im Rahmen der Ausführungsplanung nach HOAI erstellt und dem Betreiber als Teil der technischen Anlagendokumentation übergeben.
Planungskonzept – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Planungskonzept |
| Zweck & Geltungsbereich | Zusammenfassende Darstellung der abwassertechnischen Lösung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenkonzept |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Strategische Betriebs- und Investitionsplanung |
Erläuterung
Das Planungskonzept für die Abwasserbehandlung bietet dem Betreiber und Facility Management einen frühzeitigen Gesamtüberblick über die vorgesehene technische Lösung. Es fasst das gesamte Anlagenkonzept zusammen, benennt die maßgeblichen Bemessungsgrundlagen (z.B. erwartete Abwassermengen, Spitzenbelastungen, Dimensionierungsvorgaben) und beschreibt die beabsichtigten Betriebsstrategien (z.B. Wartungs- und Reinigungsintervalle, Redundanz- und Notfallkonzepte). Anhand dieser Informationen kann das FM beurteilen, ob die geplante Anlage den betrieblichen Anforderungen genügt, welcher Wartungsaufwand anfallen wird und welche Investitionen erforderlich sind. Das Konzept dient zudem als Grundlage für Abstimmungen mit Genehmigungsbehörden, da darin technische Parameter und Übereinstimmungen mit Normen und kommunalen Vorgaben dokumentiert sind. Insgesamt unterstützt das Planungskonzept das Facility Management bei der strategischen Betriebs- und Investitionsplanung und ermöglicht eine frühzeitige Bewertung von Betriebssicherheit, Wartungsaufwand und Genehmigungsfähigkeit der Anlage.
Preisliste – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Preisliste |
| Zweck & Geltungsbereich | Transparente Kostenbasis für Leistungen, Ersatzteile und Wartung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Einheitspreise |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kostenkontrolle, Nachtragsbewertung |
Erläuterung
Die Preisliste (Einheitspreisverzeichnis) für die abwassertechnische Ausrüstung dient dem Facility Management als klare Kostengrundlage. Sie enthält alle relevanten Einheitspreise für Bauleistungen, Geräte, Ersatzteile und Wartungsarbeiten. Oft wird sie in der Ausschreibungsphase (z.B. nach HOAI Leistungsphasen 6 und 7) erstellt, um Leistungsverzeichnisse mit aktuellen Preisen zu hinterlegen. Für das FM ist diese Preisliste eine wichtige Referenz: Durch den Abgleich von Rechnungen und Angeboten mit den veranschlagten Preisen lassen sich Kostenabweichungen sofort erkennen, was die Kostenkontrolle und die Bewertung von Nachtragsforderungen erleichtert. Gleichzeitig ermöglicht die Preisliste eine transparente Budgetplanung und dient als Basis für wirtschaftliche Entscheidungen bei Ersatzinvestitionen. Damit bildet sie die Grundlage für eine nachvollziehbare und kontrollierte Steuerung der Betriebskosten und Investitionen im Rahmen der FM-Praxis.
Produktinformationen – Fettabscheideranlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Produktdatenblatt / technische Produktinformation |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normkonformen Bauart und Leistungsfähigkeit |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 1825-1, DIN 4040-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Nenngröße |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Genehmigungen, Betrieb, Wartung |
Erläuterung
Das technische Datenblatt für den Fettabscheider enthält sämtliche wichtigen Angaben zu Nenngröße und Durchsatz, Abscheideleistung sowie zu Einbauvoraussetzungen und Materialien. Es listet z.B. den maximalen Volumenstrom, das Fettabscheidungsvermögen und eventuelle Zulassungen (wie CE-Kennzeichen oder DIBt-Zulassung) auf. Für das Facility Management sind diese Informationen unverzichtbar: Behörden und Entsorgungsunternehmen verlangen sie im Genehmigungsprozess, um die Normkonformität der Anlage zu überprüfen. Anhand des Produktdatenblattes kann nachgewiesen werden, dass der eingebauten Fettabscheider den DIN-Vorgaben und kommunalen Abwassersatzungen entspricht. Im Betrieb dienen die Informationen den FM-Planern zudem als Grundlage für die Festlegung von Wartungs- und Reinigungsintervallen sowie für die Abstimmung mit dem Entsorger über Volumina und Taktzeiten. Zusammengefasst bildet das Produktdatenblatt damit die technische Basis dafür, dass die Fettabscheideranlage umweltgerecht, normkonform und ordnungsgemäß betrieben werden kann.
Produktinformationen – Leichtflüssigkeitsabscheider
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Produktdatenblatt |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Eignung zur Abscheidung von Leichtflüssigkeiten |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 858-1, DIN 1999-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Abscheideklasse |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Umweltschutz, Genehmigungsmanagement |
Erläuterung
Das Datenblatt für Leichtflüssigkeitsabscheider (z.B. Ölabscheider) enthält wesentliche Informationen über Abscheideklasse, Funktionsprinzip und Wartungsbedarf. Es gibt an, ob es sich um einen Klasse-I- oder -II-Abscheider handelt (z.B. Klasse I für niedrige Restölwerte nach DIN EN 858-1) und beschreibt das verwendete Koaleszenz- oder Filtersystem. Zudem sind die empfohlenen Inspektions- und Reinigungsintervalle aufgeführt. Für das Facility Management ist dieses Dokument zentral, um nachzuweisen, dass der gewählte Abscheidertyp für den Einsatzzweck (z.B. an Tankstellen, Werkstätten) geeignet ist und den Wasserqualitätsgrenzwerten entspricht. Die Produktinformationen belegen gegenüber den Umweltbehörden, dass die Anlage nach den einschlägigen Normen (AwSV, DIN) ausgeführt wurde und wie die Wartung erfolgen muss, um Gewässerschutzvorgaben einzuhalten. Dadurch hilft der Betreiber, Umweltschäden zu vermeiden und die wasserrechtlichen Anforderungen sowie alle behördlichen Nachweis- und Dokumentationspflichten zu erfüllen.
Produktkennzeichnung – Fettabscheideranlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Produktkennzeichnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Eindeutige Identifikation und Rückverfolgbarkeit |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 1825-1, DIN 4040-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Typenschild |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Prüfungen, Wartung, Ersatzteilmanagement |
Erläuterung
Gemäß DIN EN 1825-1 muss jeder Fettabscheider mit einem dauerhaften Typenschild versehen sein. Auf diesem Typenschild sind die Nenngröße, der Herstellername, das CE-Zeichen sowie das Baujahr und gegebenenfalls die Seriennummer der Anlage vermerkt. Für das Facility Management bildet diese Kennzeichnung die Grundlage für eine eindeutige Identifikation der Anlage: Bei Wartungen und Prüfungen kann sofort ermittelt werden, um welches spezifische Gerät es sich handelt. Fehlt das Typenschild oder sind seine Angaben unleserlich, kann z.B. die Übereinstimmung mit der genehmigten Bauart nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Darüber hinaus erleichtert die Typenschilderkennung das Ersatzteilmanagement, da der genaue Anlagentyp und das Baujahr erkennbar sind. Behörden nutzen die Angaben am Typenschild bei Kontrollen, um zu prüfen, ob der eingebaute Fettabscheider dem zugelassenen Modell entspricht. Zusammengefasst schafft die Produktkennzeichnung Transparenz und Nachvollziehbarkeit, die für einen normgerechten Betrieb, effiziente Wartungsabläufe und die Auditfähigkeit der Anlage unerlässlich sind.
Produktkennzeichnung – Leichtflüssigkeitsabscheider
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Produktkennzeichnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normgerechten Bauart |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 858-1, DIN 1999-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Abscheideklasse |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Audit- und Genehmigungsnachweis |
Erläuterung
Auch Leichtflüssigkeitsabscheider müssen mit einem Typenschild gekennzeichnet sein, das alle relevanten Daten enthält. Wichtige Einträge sind die Abscheideklasse (z.B. I oder II nach DIN EN 858-1), der Hersteller und die Seriennummer. Für das Facility Management sind diese Angaben unverzichtbar, um die Anlage eindeutig zu identifizieren und mit der behördlichen Genehmigung abzugleichen. Im Auditfall können die Daten auf dem Typenschild herangezogen werden, um zu bestätigen, dass das verwendete Gerät der genehmigten Bauart entspricht. Das Typenschild erleichtert zudem die Zuordnung von Wartungs- und Inspektionsdokumenten, da Protokolle häufig direkt mit der Seriennummer geführt werden. Ohne diese eindeutige Kennzeichnung wäre ein revisionssicherer Nachweis über die Konformität der Anlage kaum möglich. Daher ist das Typenschild des LSA ein zentraler Bestandteil der Dokumentation für den wasserrechtlich einwandfreien Betrieb.
Produktkennzeichnung – Abwasserhebeanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Produktkennzeichnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Eindeutige Zuordnung der Hebeanlage |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 12050-1, DIN EN 12050-2 |
| Wesentliche Inhalte | • Förderleistung |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Wartung, Ersatzbeschaffung |
Erläuterung
Abwasserhebeanlagen (z.B. für Schmutz- oder Fäkalabwässer) tragen ein Typenschild mit ihren Leistungsangaben. Auf dem Schild sind hauptsächlich die Förderleistung (m³/h), die maximale Förderhöhe (m) und der Anwendungsbereich (z.B. „Schmutzwasser“, „Fäkalienfrei“) vermerkt. Für das Facility Management erlaubt diese Kennzeichnung die schnelle Überprüfung, ob die Pumpe korrekt für die Einbausituation dimensioniert wurde (beispielsweise in Kellerräumen unterhalb der Rückstauebene). Bei Wartungsarbeiten können die Ist-Werte der Pumpe mit den Typenschildangaben verglichen werden, um Abnutzung oder Leistungsverluste zu erkennen. Darüber hinaus ist das Typenschild wichtig für den Austausch oder die Nachbestellung eines geeigneten Ersatzgeräts – anhand der angegebenen Daten wird eine Pumpe gleichen oder besseren Typs beschafft. Insgesamt trägt die eindeutige Produktkennzeichnung der Hebeanlage dazu bei, den Anlagenbetrieb planbar zu halten, passende Ersatzteile zu verwenden und langfristige Investitionsbedarfe rechtzeitig zu erkennen.
Produktkennzeichnung – Pumpen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Typenschild / Produktkennzeichnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der maschinentechnischen Konformität |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 809 |
| Wesentliche Inhalte | • Förderdaten |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Instandhaltung, Energieoptimierung |
Erläuterung
Pumpen (z.B. Entwässerungs- und Hebegebietspumpen) sind nach DIN EN 809 mit einem Typenschild ausgestattet. Dieses zeigt alle wesentlichen Betriebsparameter an – insbesondere den Förderkennlinienbereich (Volumenstrom vs. Förderhöhe), die elektrische Leistungsaufnahme (kW), Netzanschlussdaten und das Baujahr. Für das Facility Management bilden diese Angaben die Grundlage zur Überprüfung der Betriebseffizienz. Indem man die tatsächliche Förderleistung und den Energieverbrauch einer Pumpe mit den Typenschilddaten vergleicht, kann das FM erkennen, ob die Pumpe noch effizient arbeitet oder ausgetauscht werden sollte (Stichwort Energieoptimierung). Das Typenschild vereinfacht zudem die Beschaffung von Ersatzteilen: Durch Herstellerangabe und Baujahr lässt sich das richtige Ersatzgerät oder Bauteil eindeutiger bestimmen. In Kombination mit den betrieblichen Energieauswertungen trägt eine vollständige Pumpenkennzeichnung dazu bei, den Energieverbrauch zu überwachen, Effizienzpotenziale zu identifizieren und Ersatzinvestitionen gezielt zu planen.
Mängelbeseitigungsprotokoll aus der Abnahme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Protokoll zur Mängelbeseitigung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der ordnungsgemäßen Mängelbeseitigung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Mängelliste |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Gewährleistungs- und Haftungsmanagement |
Erläuterung
Das Mängelbeseitigungsprotokoll wird nach der Abnahme der Abwasseranlage erstellt. Es enthält eine Aufstellung aller bei der Übergabe festgestellten Mängel, legt dafür verbindliche Fristen fest und dokumentiert anschließend die Nachweise ihrer Behebung (z.B. Unterschriften, Prüfberichte). Für das Facility Management ist dieses Dokument zentral für das Gewährleistungs- und Haftungsmanagement: Es belegt, dass die Anlage formell in Betrieb genommen wurde und noch unter Gewährleistung steht, bis alle Mängel ordnungsgemäß behoben sind. Zugleich dient es als Nachweis gegenüber Auftragnehmern oder Versicherungen, dass alle Fehler im geforderten Zeitraum von den Verantwortlichen beseitigt wurden. Ohne ein lückenlos geführtes Protokoll wäre es kaum möglich, Ansprüche aus Garantiefristen geltend zu machen oder im Schadensfall die Verantwortlichen eindeutig festzulegen. Daher ist es für den FM-Betrieb unerlässlich, dieses Dokument sorgfältig zu führen und aufzubewahren.
Prüfbericht Druck- und Dichtheitsprüfung – Entwässerungsleitungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbericht Druck- und Dichtheitsprüfung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Dichtheit und Betriebssicherheit von Entwässerungsleitungen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfverfahren |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praxisbezug FM | Abnahme, Haftungs- und Umweltschutznachweis |
Erläuterung
Bei der Errichtung oder Änderung von Entwässerungsleitungen muss eine Dichtheitsprüfung durchgeführt werden, um Leckagen auszuschließen. Dies ist insbesondere nötig, da austretendes Abwasser Boden und Grundwasser erheblich verschmutzen kann. Der Prüfbericht dokumentiert das angewandte Verfahren (Wasser- oder Luftdrucktest nach DIN EN 1610) sowie Prüfdruck, -dauer und -ergebnis. Er bestätigt, dass das Leitungsnetz funktionsfähig und dicht ist. Für das Facility Management bildet der Bericht eine wichtige Grundlage bei der Anlagenabnahme und der Sicherung von Gewährleistungsansprüchen. Später dient er als Referenz für Inspektionsintervalle und Prüfprogramme – und als Nachweis gegenüber Behörden und Versicherern, dass die Abwasseranlage gemäß DIN 18381 vorschriftsgemäß gebaut und geprüft wurde.
Unterweisungsprotokoll für Betriebs- und Wartungspersonal
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Unterweisungs- und Einweisungsprotokoll |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der fachgerechten Einweisung des Betriebspersonals |
| Rechts- & Normbezug | DIN 1986-3, DIN 1988-600, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • Unterweisungsthemen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praxisbezug FM | Arbeitssicherheit, Betreiberpflichten |
Erläuterung
Gemäß geltenden Vorschriften muss das Personal, das mit Abwasseranlagen umgeht, fachkundig eingewiesen werden. Inhalt der Unterweisung sind etwa die spezifischen Betriebs- und Reinigungsverfahren, Arbeitsschutzrisiken sowie Verhaltensregeln im Störfall. Die Dokumentation der Unterweisung ist zwingend: Zum Beispiel schreibt die AwSV (Anlagenverordnung für wassergefährdende Stoffe) vor, dass Unterweisungen regelmäßig – mindestens jährlich – erfolgen und vom Betreiber lückenlos protokolliert werden müssen. Für das FM minimiert eine vollständige Schulungsdokumentation Fehlbedienungen und Haftungsrisiken. Gleichzeitig erfüllt sie die gesetzlichen Vorgaben nach Arbeitsschutzgesetz und relevanten DIN-Normen, dass die Organisation des Anlagenbetriebs den Nachweis einer sachgerechten Einweisung enthält.
Prüf- und Herstellerzertifikate – Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüf- und Herstellerzertifikate |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Konformität von Bauprodukten |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Produktzulassung |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug FM | Abnahme, Ersatzbeschaffung, Auditfähigkeit |
Erläuterung
Prüf- und Herstellerzertifikate bestätigen, dass eingesetzte Komponenten (z. B. Rohre, Armaturen, Pumpen) den technischen und bauaufsichtlichen Anforderungen genügen. Diese Dokumente enthalten Angaben wie Ü-Zeichen oder CE-Kennzeichnungen sowie Nachweise der Leistungseigenschaften. Im Facility Management dienen sie beim Abnahmeprozess als Beleg der Regelkonformität. Zudem werden die Zertifikate benötigt, wenn später Ersatzteile oder Neuteile beschafft werden. Durchgängige Nachweise über bauordnungsrechtlich vorgeschriebene Prüfungen und Zertifizierungen sind auch wichtige Bestandteile jeder Audit- und Revisionsprüfung. Insgesamt garantieren die vorliegenden Prüf- und Herstellerbescheinigungen, dass alle Komponenten die notwendige Zulassung haben und dauerhaft sicher betrieben werden dürfen.
Prüfbericht Dichtheitsprüfung – Fettabscheideranlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbericht Dichtheitsprüfung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Umwelt- und Betriebssicherheit |
| Rechts- & Normbezug | DIN 4040-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfmethode |
| Verantwortlich | Wartungs-/Instandhaltungsfachkraft |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Behördennachweis |
Erläuterung
Gemäß DIN 4040-100 muss jede Fettabscheideranlage in regelmäßigen Abständen auf ihre Dichtheit geprüft werden. Ziel ist es, Leckagen zu erkennen, bevor Öl und Fette in Boden oder Kanalnetz gelangen und Gewässer gefährden. Der Prüfbericht hält die angewandte Prüfmethodik, das Ergebnis und etwaige Mängel fest. Er ist Teil der wasserrechtlichen Betreiberdokumentation und wird in der Regel bei der jährlichen Inspektion oder der alle fünf Jahre fälligen Generalinspektion erstellt. Behörden und Umweltschutzorganisationen verlangen diesen Nachweis als Beleg, dass die Anlage den technischen Anforderungen entspricht. Im FM sichert er außerdem eine durchgängige Nachverfolgbarkeit: Alle festgestellten Mängel fließen in die Betriebsführung ein, und der Bericht dient als lückenloses Protokoll für spätere Nachprüfungen.
Prüfbericht Hauptprüfung – Leichtflüssigkeitsabscheider
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbericht Hauptprüfung |
| Zweck & Geltungsbereich | Regelmäßige Zustands- und Funktionsprüfung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 1999-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Sichtprüfung |
| Verantwortlich | Wartungsfachkraft |
| Praxisbezug FM | Betriebssicherheit, Umweltauflagen |
Erläuterung
Leichtflüssigkeitsabscheider (z. B. Ölabscheider in Werkstätten oder Tankstellen) gelten nach DIN 1999-100 als Anlagen für umweltgefährliche Stoffe. Der Gesetzgeber verlangt daher eine umfassende Prüfung ihrer Funktion alle fünf Jahre. Die Hauptprüfung umfasst Sicht- und Funktionskontrollen aller Komponenten – vom Zulauf über die Trennkammer bis zu Entlüftung und Abläufen. Der vollständige Prüfbericht dokumentiert den Zustand der Anlage und listet alle Befunde auf. Alle erkannten Mängel sind im Prüfbericht zu vermerken und unverzüglich zu beseitigen (Norm DIN 1999-100, Punkt 14.6). Die Unterlagen werden revisionssicher im FM archiviert, da sie auf Verlangen von Behörden oder Fachprüfern vorzulegen sind. Sie belegen die Einhaltung der technischen Regel und erfüllen zugleich das Betreibergewissen, indem sie die Betriebssicherheit und die Umweltverträglichkeit des Ölabscheiders nachweisen.
Prüfbericht Hauptprüfung – Fettabscheideranlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbericht Hauptprüfung |
| Zweck & Geltungsbereich | Langfristige Betriebssicherheit und Umweltkonformität |
| Rechts- & Normbezug | DIN 4040-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenzustand |
| Verantwortlich | Wartungsfachkraft |
| Praxisbezug FM | Instandhaltungs- und Investitionsplanung |
Erläuterung
Die Hauptprüfung nach DIN 4040-100 ist ein wiederkehrender Check (in der Regel alle fünf Jahre), der den Gesamtzustand des Fettabscheiders erfasst. Neben der Dichtheitsprüfung beinhaltet sie Sicht- und Funktionsprüfungen der Bauteile, Bestandsmessungen des Fett- und Schlammvolumens sowie Bewertungen des technischen Alters. Die Ergebnisse dieses umfangreichen Prüfberichts liefern dem Facility Manager wertvolle Entscheidungshilfen für Wartungs- und Investitionsvorhaben. Anhand der dokumentierten Befunde lassen sich etwa anstehende Erneuerungen oder leistungsbegrenzte Baugruppen frühzeitig erkennen. Damit ist der Bericht ein Kernelement der langfristigen Instandhaltungsplanung: Er fließt direkt in Instandhaltungsstrategien ein und begründet Budgetentscheidungen für Ersatz oder Nachrüstung, bevor es zu Betriebsstörungen kommt.
Prüfbuch – Elektrische Anlagen (auf Anforderung der BG)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbuch elektrische Anlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation elektrischer Prüfungen |
| Rechts- & Normbezug | DGUV Vorschrift 3 |
| Wesentliche Inhalte | • Prüftermine |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxisbezug FM | Arbeitsschutz- und Haftungsnachweis |
Erläuterung
Das Prüfbuch für elektrische Anlagen dient der lückenlosen Protokollierung aller sicherheitstechnischen Prüfungen (z. B. nach DGUV Vorschrift 3). Es wird vom Betreiber bzw. FM geführt und enthält Prüfprotokolle, Terminlisten und Mängelberichte zu den Anlagen. Nach DGUV Vorschrift 3 dürfen die Unfallversicherungsträger (BG) auf Verlangen ein Prüfbuch einsehen. Die Norm schreibt dies zwar nur „auf Anforderung“ vor, doch viele Betreiber führen es proaktiv, um jederzeit die Einhaltung der Prüfintervalle belegen zu können. Bei einer BG-Prüfung oder im Schadensfall ist das Prüfbuch ein wichtiger Nachweis dafür, dass elektrische Anlagen fachgerecht geprüft und gewartet wurden. Es schützt damit den Arbeitgeber vor Haftungsrisiken und erfüllt zugleich die Dokumentationspflichten aus Arbeitsschutz- und Betriebssicherheitsvorschriften.
Raumbuch (gesamt)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Raumbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Raumbezogene Zuordnung von Anlagen und Funktionen |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6070-1, VDI 3810-2 / VDI 6023-3, VDI 6023-1, VDI-MT 3810-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Raumnutzung |
| Verantwortlich | Objekt- und Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Umbauten, Flächenmanagement |
Erläuterung
Das Raumbuch erfasst alle Rauminformationen eines Gebäudes – von der Nutzung über Maße bis zu Installationseinheiten – in strukturierter Form. Nach VDI 6070 Blatt 1 soll ein Raumbuch die Bauwerksdaten maschinenlesbar dokumentieren und als Grundlage für das gesamte Gebäudemanagement dienen. Die VDI-Richtlinien 3810-2 und 6023-3 betonen, dass Unterlagen wie das Raumbuch den bestimmungsgemäßen Betrieb unterstützen und Betreiberpflichten erfüllen. In der Praxis verknüpft es sämtliche Abwasser- und Haustechnikkomponenten mit ihren jeweiligen Räumen oder Bereichen. So ist sofort ersichtlich, welche Abwasserleitungen, Pumpen oder Abscheider in welchem Raum installiert sind und welche Wartungsbereiche sich daraus ergeben. Für das FM erleichtert das Raumbuch die Planung von Umbauten oder Instandhaltungsarbeiten ebenso wie das Flächenmanagement. Zudem unterstützt es die Risikobeurteilung, da etwa in Gefahren- oder Schutzräumen spezifische Anforderungen (z. B. an Werkstoffe oder Zugangswege) zentral dokumentiert sind.
Raumbuch – Technischer Teil (LPH 2 Vorplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technisches Raumbuch (Vorplanung) |
| Zweck & Geltungsbereich | Erste Festlegung technischer Anforderungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 1988-200 |
| Wesentliche Inhalte | • Platzbedarf |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Betriebseinschätzung |
Erläuterung
Das technische Raumbuch in der Vorplanung (LPH 2 nach HOAI) definiert die grundsätzlichen Anforderungen an die Räume der Abwassertechnik. Hier werden etwa Raumprogramme und notwendige Flächenbedarfe festgelegt sowie technische Schnittstellen (Stromversorgung, Gebäudestruktur, medienführende Schächte) bewertet. In diese frühe Planungsphase fließen Vorgaben aus Gesetzen und Normen ein, z. B. Platzanforderungen für Pumpenschächte oder Sicherheitsbestimmungen aus der Trinkwasser-Norm DIN 1988-200. Für das Facility Management ist das Ergebnis dieser ersten Raumbuch-Version eine wichtige Vorab-Einschätzung: Es zeigt frühzeitig auf, wo Zugänge für Wartung notwendig sind und wie viel Raum für technische Anlagen reserviert wird. So können spätere Konflikte (z. B. zu geringe Deckenhöhe oder ungünstige Lage) bereits vorab korrigiert werden. Die HOAI sieht das Erstellen eines Raumbuchs als besondere Leistung in LPH 2 vor, weil es wesentlich zur Abstimmung mit Architekt und Betreiber beiträgt.
Raumbuch – Technischer Teil (LPH 3 Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technisches Raumbuch (Entwurf) |
| Zweck & Geltungsbereich | Konkretisierung der technischen Raumbelegung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenkonfiguration |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vorbereitung der Betriebsorganisation |
Erläuterung
In der Entwurfsplanung (LPH 3) wird das Raumbuch weiter detailliert und verfeinert. Die technischen Systeme im jeweiligen Raum werden eindeutig definiert, und die Abstände sowie Zugänge werden final festgelegt. Das Resultat ist ein verbindliches Raum- und Anlagenlayout für den Bau und spätere Betrieb. Für das Facility Management stellt das in LPH 3 fortgeschriebene Raumbuch die betreiberseitige Referenz dar: Es enthält alle maßlichen und technischen Daten der Installation und wird zur Grundlage für Ausschreibungen sowie für Auflagen der Betriebsorganisation. Den FM-Organisatoren dient das vollständige Raumbuch als Ausgangspunkt für die Einrichtung der Wartungsprotokolle und Arbeitsanweisungen. Letztlich sichert es, dass Planer und Betreiber ein gemeinsames Verständnis von den Raumbelegungen haben – und schafft so optimale Voraussetzungen für einen reibungslosen Anlagenbetrieb.
Auditunterlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Auditdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der norm- und richtlinienkonformen Planung, Ausführung und des Betriebs |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1 (Dokumentationsanforderungen für die Technische Gebäudeausrüstung) |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfkriterien |
| Verantwortlich | Betreiber, Fachplaner, Auditor |
| Praxisbezug FM | Interne/externe Audits, Behörden- und Zertifizierungsprüfungen |
Erläuterung
Auditunterlagen sind das zentrale Steuerungsinstrument der Betreiberverantwortung. Die VDI 6026 und die FM-spezifische Ergänzung (Blatt 1.1) fordern eine strukturierte Dokumentation aller Phasen der Anlagenentwicklung und des Betriebs. In Audits werden die Vollständigkeit der Unterlagen, die Einhaltung gesetzlicher Prüfintervalle (z. B. nach BetrSichV und TRBS) sowie Abweichungen und Korrekturmaßnahmen geprüft. Für Facility-Manager ermöglichen Auditunterlagen eine nachvollziehbare Bewertung des Anlagenzustands und eine revisionssichere Nachverfolgung von Abweichungen.
Schadstoff- und Emissionsberechnungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Emissions- und Schadstoffberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung der umweltrelevanten Auswirkungen des Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) |
| Wesentliche Inhalte | • Stoffströme |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Genehmigungsmanagement, Berichtspflichten |
Erläuterung
Die HOAI verlangt, dass in frühen Leistungsphasen die energiewirtschaftlichen Kennzahlen, Lebenszykluskosten und Emissionswerte ermittelt werden. Emissions- und Schadstoffberechnungen quantifizieren CO₂-Ausstoß, Energieverbrauch und Materialströme und dienen als Grundlage für Umweltverträglichkeitsprüfungen, Genehmigungsverfahren und Nachhaltigkeitszertifizierungen. Für das FM sind sie essenziell, um Umweltauflagen einzuhalten, Genehmigungen zu sichern und langfristige Betriebsstrategien zu entwickeln.
Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schlitz- und Durchbruchspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Koordination baulicher Öffnungen für Leitungsführung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379/18381 |
| Wesentliche Inhalte | • Lage |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Umbauten, bauliche Anpassungen |
Erläuterung
Die Ausführungsplanung (Leistungsphase 5) umfasst nach HOAI das Anfertigen von Schlitz- und Durchbruchsplänen für die Leitungsführung. Diese Pläne dokumentieren die Lage, Größe und Feuerwiderstandsklasse der erforderlichen Öffnungen, die Zuordnung zu den Gewerken sowie statische und brandschutztechnische Randbedingungen. Sie dienen dem FM als Grundlage für spätere Umbauten, sodass statische und brandschutztechnische Auswirkungen sicher bewertet werden können.
Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogene Schlitz- und Durchbruchspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten baulichen Lösung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • beauftragte Durchbrüche |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung
Nach Abschluss der Ausschreibung wird der Schlitz- und Durchbruchsplan an das endgültige Ausführungskonzept angepasst. Er integriert Bieteranpassungen, dokumentiert die finalen Dimensionen und Abweichungen und bildet den verbindlichen Soll-Zustand für die Bauausführung. Für das FM sind diese Pläne entscheidend, um die vertraglich geschuldete Bauausführung nachzuverfolgen und bei Mängeln oder Nachträgen auf eine prüffähige Basis zurückgreifen zu können.
Schnittstellenkatalog
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schnittstellen- / Interface-Katalog |
| Zweck & Geltungsbereich | Klare Abgrenzung technischer und organisatorischer Zuständigkeiten |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6039 |
| Wesentliche Inhalte | • Gewerkeabgrenzung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Koordination, Haftungsvermeidung |
Erläuterung
Der Schnittstellenkatalog dokumentiert systematisch die technischen, funktionalen und organisatorischen Schnittstellen zwischen den beteiligten Gewerken und Organisationseinheiten. Er enthält Angaben zu Zuständigkeiten, Abhängigkeiten sowie zu den erforderlichen Signal- und Kommunikationsschnittstellen (z. B. CAN-, Modbus-, BACnet-Bus). Die VDI 6039 fordert eine klare Abgrenzung, um Konflikte zu vermeiden und während Betrieb, Wartung und Umbau beteiligte Gewerke identifizieren zu können. Für das FM ist der Schnittstellenkatalog unverzichtbar, um Betriebsstörungen durch Zuständigkeitslücken zu vermeiden und Haftungsrisiken zu minimieren.
Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 7+ (Montageplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Stromlauf- und Schaltpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Ausführungsreife Darstellung der Ver- und Entsorgungssysteme |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV), DIN 18380/18379 |
| Wesentliche Inhalte | • Leitungsführung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Montagekontrolle, Funktionsprüfung |
Erläuterung
Im Rahmen der Montageplanung übergibt der Auftragnehmer funktionsfähige Stromlauf- und Schaltpläne, die Leitungsführungen, Armaturen, Steuer- und Regelgeräte sowie Anschlüsse darstellen. Die Leistungsbeschreibungen der VOB/C (DIN 18379, 18380, 18381) verlangen die Übergabe von Funktionsschemata, elektrischen Übersichts- und Anschlussplänen, technischen Datenlisten, Prüfprotokollen und Bedienungs- und Wartungsanleitungen. Diese Pläne sind zentrale Betriebs- und Wartungsunterlagen und sichern einen nachvollziehbaren Anlagenaufbau. Für Facility-Manager sind sie Grundlage für Montagekontrollen, Funktionsprüfungen und spätere Instandhaltungsmaßnahmen.
Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schalt- und Funktionspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische Durcharbeitung der Planung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, IEC 60617 |
| Wesentliche Inhalte | • Prozessabläufe |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Bewertung der Betriebssicherheit |
Erläuterung
In der Ausführungsplanung erstellt der Fachplaner Schalt- und Funktionspläne, in denen die elektrische Systemarchitektur, Prozessabläufe, Steuer- und Sicherheitslogik sowie Anschlussklemmen und Bauteilkennzeichnungen dargestellt werden. Die HOAI fordert die Anfertigung von allpoligen Schaltplänen in Leistungsphase 5. Die Pläne dienen dem FM zur frühzeitigen Beurteilung von Wartungsaufwand, Störanfälligkeit und Betriebssicherheit; sie sind Grundlage für die Inbetriebnahme und spätere Störungsanalysen.
Übersichtsschaltplan – Bestandsversion (LPH 8)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Übersichtsschaltplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Vereinfachte Gesamtdarstellung der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1, DIN 18381, VDE 0040-1 (DIN EN 61082-1) |
| Wesentliche Inhalte | • Hauptaggregate |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Schnelle Orientierung im Betrieb |
Erläuterung
Der Übersichtsschaltplan fasst die Anlagentechnik in einer vereinfachten Darstellung zusammen und zeigt die wichtigsten Aggregate, Energie- und Stoffflüsse, Schaltpunkte sowie Not-Abschaltungen. Die VDI 6026 und die VDE-Norm DIN EN 61082-1 verlangen, dass der Plan eine schnelle Orientierung ermöglicht, Schaltstellen, Überwachungs- und Alarmschnittstellen sowie die Energiepfade darstellt und gut zugänglich im Schaltraum ausgehängt wird. Für das FM dient der Übersichtsschaltplan als Schnellreferenz für Betriebs- und Bereitschaftsdienste und unterstützt Notfall- und Wartungsorganisation.
Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausschreibungs- und Leistungsunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Vergaberechtskonforme Leistungsdefinition |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, VOB/A 2019 |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungspositionen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Nachtragsmanagement |
Erläuterung
Die HOAI verpflichtet den Fachplaner, in der Leistungsphase 6 detaillierte Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibungen, Mengenangaben und Qualitätsanforderungen zu erstellen. Die Unterlagen müssen die zu erbringenden Leistungen eindeutig beschreiben und umwelt- sowie emissionsrelevante Anforderungen berücksichtigen. Für das FM sind sie Grundlage für eine rechtskonforme Vergabe, erleichtern die Nachvollziehbarkeit der vertraglich geschuldeten Leistungen und bilden die Basis für Nachtragsprüfungen.
Vergabevorschlag
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabevorschlag |
| Zweck & Geltungsbereich | Begründete Zuschlagsempfehlung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Angebotsvergleich |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Beschaffung |
Erläuterung
Im Rahmen der Vergabeprüfungen bewertet der Fachplaner eingegangene Angebote anhand technischer, wirtschaftlicher und qualitativer Kriterien und erstellt einen Vergabevorschlag. Nach HOAI-Leistungsphase 7 umfasst dies den Angebotsvergleich, die fachliche Bewertung und die Begründung der Zuschlagsempfehlung. Für das FM ist der Vergabevorschlag zentral, um Beschaffungsentscheidungen transparent, revisionssicher und vergaberechtskonform zu dokumentieren.
Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen – Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung des bestimmungsgemäßen, hygienischen und sicheren Betriebs |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1, DIN 1986-3, DIN 18381 (VOB/C), DIN EN 12056-5 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungsintervalle |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Wartungsverträge und Betreiberpflichten |
Erläuterung
Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen enthalten die verbindlichen Vorgaben des Herstellers oder Errichters für Betrieb, Wartung und Prüfung der Anlagen. Sie legen konkret fest, welche Arbeiten in welchen Intervallen durchzuführen sind – etwa Spülen von Leitungen, Funktionsprüfungen der Pumpen oder Desinfektionsmaßnahmen – und nennen notwendige Schutzvorrichtungen (z.B. persönliche Schutzausrüstung) sowie Ersatzteile. Diese Anweisungen basieren auf geltenden Vorschriften (etwa der DIN 1986-3 für Entwässerungssysteme) und beschreiben genau, wie der bestimmungsgemäße und hygienisch einwandfreie Betrieb sicherzustellen ist. Für das Facility Management sind sie essenziell: Sie bilden die Basis für Wartungsverträge und definieren die Betreiberpflichten. Nur wenn diese Anweisungen umgesetzt werden, können Risiken wie Rückstauereignisse oder Verunreinigungen minimiert und Haftungsansprüche im Schadensfall vermieden werden. In der Praxis dienen die Wartungsanweisungen daher auch als Nachweis gegenüber Versicherungen oder Aufsichtsbehörden, dass alle sicherheitsrelevanten Arbeiten sachgerecht geplant wurden.
Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Einheitliche Dokumentation aller Instandhaltungsmaßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | VDMA 24186-0 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungshistorie |
| Verantwortlich | Instandhalter |
| Praxisbezug FM | Zustandsbewertung, Auditnachweis |
Erläuterung
Die Instandhaltungsdokumentation gemäß VDMA 24186 ist eine systematische Aufzeichnung aller durchgeführten Wartungen, Inspektionen und Reparaturen. Hier werden Datum, durchführende Firma oder Techniker, Befunde (festgestellte Mängel) sowie alle durchgeführten Maßnahmen und Empfehlungen detailliert erfasst. Ziel ist eine einheitliche, lückenlose Dokumentation, die eine konsistente Bewertung des Anlagenzustands über die Zeit hinweg ermöglicht. Für das Facility Management liefert diese Dokumentation entscheidende Informationen: Sie dient der zustandsorientierten Instandhaltung, da anhand der Historie beurteilt werden kann, wann Ersatzteile oder Sanierungen anstehen. Zudem sind diese Aufzeichnungen wichtige Audit-Dokumente, da sie beweisen, dass Wartungsarbeiten planmäßig erfolgten. In der Praxis fließen die protokollierten Befunde regelmäßig in die Instandhaltungsplanung ein und ermöglichen es, Wiederholungsmängel zu erkennen oder den Wartungszyklus anzupassen. Ohne eine solche strukturierte Dokumentation wäre weder eine effiziente Wartungsplanung noch die Nachweisführung gegenüber Behörden und Auditoren möglich.
Instandhaltungsplanung und -organisation – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsorganisationskonzept |
| Zweck & Geltungsbereich | Organisation von Prozessen, Zuständigkeiten und Ressourcen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Organisationsstruktur |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Betriebssicherheit, Verfügbarkeitsmanagement |
Erläuterung
Das Instandhaltungsorganisationskonzept legt fest, wie und von wem die Instandhaltungsprozesse gestaltet werden. Es beschreibt die organisatorischen Abläufe für die technische Ausstattung, beispielsweise die Aufbauorganisation, Verantwortlichkeiten, erforderliche Ressourcen und die Einbindung externer Dienstleister. Häufig werden hier auch Eskalations- und Freigabeschritte definiert (z.B. wer im Störfall zu benachrichtigen ist). Nach HOAI und den Empfehlungen der VDI/VDMA bietet dieses Konzept die Grundlage für einen effizienten Instandhaltungsbetrieb. In der Praxis sorgt es dafür, dass alle Wartungstermine, Prüfintervalle und Fristen in einem integrierten Jahresplan koordiniert werden – etwa in einem CAFM-System – und dass klar ist, welche Abteilung oder Firma welche Aufgaben übernimmt. Ein gut strukturiertes Organisationskonzept vermeidet Unklarheiten und Doppelarbeit und trägt entscheidend zur Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit bei. Es schafft Transparenz über Abläufe und Ressourcen und erleichtert so die regelmäßige Aktualisierung und Kontrolle aller Wartungsprozesse.
Wartungsbuch – Abwasserhebeanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungs- und Betriebsbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Dokumentation von Betrieb und Wartung |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 12056-4 |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebszeiten |
| Verantwortlich | Instandhalter |
| Praxisbezug FM | Störungsanalyse, Betreiberpflichten |
Erläuterung
Für Abwasserhebeanlagen schreibt die Norm DIN EN 12056-4 ein umfassendes Wartungsbuch vor. Darin werden fortlaufend alle Betriebsdaten aufgezeichnet: Betriebsstunden oder -zyklen der Pumpe, alle durchgeführten Wartungen, eingetretene Störungen sowie die jeweils getroffenen Gegenmaßnahmen. Das Wartungsbuch dient sowohl der Dokumentation als auch als Arbeitsmittel für das Betreiberpersonal. Es ist ein zentrales Nachweisdokument, mit dem die ordnungsgemäße Überwachung der Hebeanlage belegbar ist. Techniker des Facility Management können das Buch nutzen, um Störungen zu analysieren und Trends zu erkennen, etwa wiederkehrende Alarme. Behördliche Kontrollen und Versicherer verlangen regelmäßig Einblick in das Wartungsbuch, um sicherzugehen, dass die Anlage gemäß den gesetzlichen Vorgaben gewartet wurde. Nur durch vollständige und regelmäßige Einträge im Wartungsbuch lassen sich Betreiberpflichten (z.B. rechtzeitige Wartung) und Funktionsfähigkeit der Anlage gegenüber Dritten nachweisen.
Wasseranalysen und Prüfberichte (Ergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Analyse- und Prüfberichte |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Wasserqualität und Anlagenfunktion |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Analyseparameter |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Fachunternehmen |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Hygienenachweise |
Erläuterung
Wasseranalysen und Prüfberichte dokumentieren die Qualität des Abwassers und die Funktionsfähigkeit der Anlage. Typische Parameter sind dabei pH-Wert, Temperatur oder gelöster Sauerstoff, je nach Anlagenart auch Gehaltswerte für Fett- oder Schmutzpartikel. Diese Kontrollen erfolgen häufig im Rahmen der behördlichen Selbstüberwachung nach dem WHG und dem jeweiligen Abwassergesetz. Die Laborergebnisse und Befunde werden in Prüfberichten festgehalten und bewertet – inklusive Grenzwertüberschreitungen oder Sanierungsempfehlungen. Für das Facility Management sind diese Dokumente unverzichtbar, um sicherzustellen, dass die Anlage keine schädlichen Stoffe einleitet und alle Umweltanforderungen erfüllt. Ein Verstoß gegen gesetzliche Anforderungen (z.B. Einleitgrenzwerte) kann durch die Auswertung der Analyseberichte frühzeitig erkannt werden. Zugleich belegen die Berichte gegenüber Behörden und Management, dass die Anlage fachgerecht betrieben und kontrolliert wird. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Umweltkonformität und Hygiene, aber auch zur kontinuierlichen Optimierung des Anlagebetriebs.
Werkstatt- und Montagezeichnungen – Gas-, Wasser- und Entwässerungssysteme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Werkstatt- und Montagezeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Darstellung der ausgeführten Installation |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Leitungsführung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Wartung, Umbauten, Störungsbeseitigung |
Erläuterung
Werkstatt- und Montagezeichnungen zeigen den As-built-Zustand der installierten Haustechnik. Sie enthalten genaue Pläne aller Leitungswege, Armaturen, Schieber und sonstiger Komponenten (inkl. Maßangaben), wie sie tatsächlich verlegt wurden. Diese Ausführungspläne sind für das FM unerlässlich: Bei Wartungsarbeiten, geplanten Umbauten oder im Störungsfall ermöglichen sie es, Leitungen und Anschlüsse schnell zu lokalisieren und Eingriffe präzise vorzubereiten. Nach VOB/C (DIN 18381) ist der Errichter verpflichtet, genaue Montagepläne zu erstellen und zu übergeben. Fehlen diese Unterlagen oder sind sie unvollständig, können Reparaturarbeiten erheblich verzögert werden. In der Praxis werden Werkstattzeichnungen auch genutzt, um Risiken zu bewerten (z.B. Lage von Gasleitungen oder Rückstauebene) und potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen. Zusammen mit den übrigen Dokumenten bilden sie so eine lückenlose Planungsgrundlage, auf der alle FM-Maßnahmen fachgerecht aufgebaut werden können.
Wirtschaftlichkeitsnachweis
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wirtschaftlichkeitsnachweis (Proof of Economic Viability) |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung der Investitions-, Betriebs- und Folgekosten der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Investitionskosten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Entscheidungsgrundlage für Investition, Ersatz und Optimierung |
Erläuterung
Der Wirtschaftlichkeitsnachweis ist eine umfassende Lebenszykluskostenanalyse der Abwasserbehandlungsanlage. Er wird bereits in frühen Leistungsphasen (Vor- und Entwurfsplanung) gemäß HOAI gefordert und bewertet alle wesentlichen Kosten über den gesamten Lebenszyklus der Anlage – von den Investitionskosten über Betriebskosten bis zu etwaigen Folgekosten (z. B. Entsorgungskosten). Dabei werden verschiedene technische Varianten (z. B. unterschiedliche Reinigungsverfahren, Aufbereitungsstufen oder Anlagengrößen) miteinander verglichen, um die wirtschaftlichste Lösung zu ermitteln. Im Facility Management dient der Wirtschaftlichkeitsnachweis als strategisches Planungsinstrument: Er schafft Transparenz über langfristige Kostenfolgen, unterstützt die Budgetfreigabe und bildet die Basis für Entscheidungen über Investitionen, Ersatzmaßnahmen oder Optimierungsprojekte. Durch die Betrachtung der gesamten Folgelasten (Wartung, Energie- und Personalkosten) gewährleistet der Nachweis, dass die ausgewählte Systemlösung nachhaltig kosten- und leistungseffizient ist.
Grafische Darstellung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Entwurfszeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung des konzeptionellen Anlagenaufbaus |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Prozessstufen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Einschätzung von Betrieb und Wartungsaufwand |
Erläuterung
Die Entwurfszeichnungen visualisieren das Grundkonzept der Abwasserbehandlungsanlage. Sie zeigen etwa die Anordnung von Becken, Pumpen und Rohren sowie den schematischen Verlauf der Medien (Wasser, Schlamm etc.) durch die einzelnen Prozessstufen. Für das Facility Management schaffen sie frühzeitig Klarheit über den Anlagenaufbau, die Zugänglichkeit wichtiger Komponenten und notwendige Sicherheits- und Wartungswege. Aufgrund dieser schematischen Darstellungen können Betreiber bereits in der Entwurfsphase Logistik und Flächenbedarf (z. B. Zugangswege zu Reinigungsanlagen oder der Platzbedarf für Bedienplattformen) abschätzen. Dies erleichtert die Planung der Betriebsorganisation, da Betriebswege und Wartungsschnittstellen rechtzeitig eingeplant werden können und mögliche Konflikte (etwa mit Brandschutz- oder Bauteilanforderungen) erkannt werden. Somit dienen die Entwurfszeichnungen als Grundlage für eine fundierte Beurteilung des künftigen Betriebskonzepts und der Instandhaltungsaufwände.
Grafische Darstellung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungszeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Darstellung der technischen Umsetzung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Rohrleitungsführung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Betrieb, Wartung und Umbauten |
Erläuterung
Die Ausführungszeichnungen bilden die Anlage vollständig im Detail ab und gehen weit über das Konzept aus der Entwurfsplanung hinaus. Sie enthalten exakte Angaben zu Rohrleitungsführungen (Verlauf, Querschnitt, Isolationsschichten), Einbauorten von Aggregaten (Pumpen, Mischer, Filter etc.), Höhenangaben und Abständen sowie alle relevanten Maße. Für das Facility Management sind diese Pläne essenziell, da sie als Grundlage für sämtliche späteren Wartungs-, Reparatur- und Umbauarbeiten dienen. Instandhaltungstechniker können anhand der Ausführungszeichnungen schnell erkennen, wo sich Leitungen, Ventile oder elektrische Schaltschränke befinden, und die erforderlichen Ersatzteile und Werkzeuge abpassen. Die Detailtreue dieser Zeichnungen gewährleistet, dass der Anlagenbetrieb sicher und planmäßig verläuft, indem eine revisionssichere Dokumentation der eingesetzten Komponenten vorliegt. Außerdem können bei Bedarf Aktualisierungen oder Erweiterungen (z. B. zusätzlicher Schlammentwässerer) präzise in den Plänen vermerkt werden, wodurch der aktuelle Anlagenstand für das FM jederzeit nachvollziehbar bleibt.
Grafische Darstellung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogene Ausführungsdarstellung |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten technischen Lösung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18379, DIN 18381, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • beauftragte Systemvariante |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung
Die vergabebezogene Ausführungsdarstellung spiegelt die endgültige, vertraglich vereinbarte Anlagenkonfiguration wider. Sie enthält die präzisen Details der bestellten Systeme und Komponenten (z. B. Herstellerangaben, Typenschlüssel und Leistungsgrenzen) und legt damit den verbindlichen „As-Built“-Zustand fest. Für das Facility Management ist dieses Dokument von zentraler Bedeutung, um den Baufortschritt und die Einhaltung der vertraglichen Zusagen zu überwachen. Im Falle von Mängelrügen oder Nachtragsforderungen dient es als Maßstab dafür, was exakt vereinbart und geliefert wurde. So kann der Betreiber beispielsweise prüfen, ob das gelieferte Aggregate tatsächlich den vereinbarten Spezifikationen entsprechen. Damit bildet die beauftragte Ausführungsdarstellung die Basis für das Vertrags- und Gewährleistungsmanagement: Sie definiert, welche Leistungen abgenommen wurden und welche Nachweise (etwa Prüfprotokolle) zu erbringen sind. Gleichzeitig integriert sie auch relevante Vorgaben aus den ATVs DIN 18379/18381, die etwa die Ausführung von Rohrleitungsarbeiten und Installationskomponenten regeln.
Zusammenstellung der wesentlichen technischen Daten
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Datenübersicht |
| Zweck & Geltungsbereich | Kompakte Übersicht aller relevanten Anlagenparameter |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18381 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Bemessungsleistungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Prüfungen, Störungsmanagement |