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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Wasser und Energie ohne Hygieneabstriche sparen

Facility Management: Trinkwasser » Strategie » Hygienesichere Effizienz

Effizienz innerhalb eines sicheren Betriebsrahmens entwickeln

Ein sparsamer Trinkwasserbetrieb entsteht nicht durch das isolierte Absenken einzelner Sollwerte. Entscheidend ist, ob Wasserbedarf, technische Auslegung und Betriebsorganisation zusammenpassen. Hygienisch erforderliche Bedingungen bilden den Rahmen, innerhalb dessen Verbesserungen entwickelt werden. Deshalb sollten Energie- und Wassermanagement gemeinsam mit der technischen Betriebsführung arbeiten. Ein geeigneter Startpunkt ist die Frage, wo unnötige Verluste entstehen, ohne dass ihre Beseitigung notwendige Schutzfunktionen beeinträchtigt. Dazu können unpassende Nutzungsannahmen, schlecht abgestimmte Betriebsabläufe oder vermeidbare Wärmeübertragung zwischen warmen und kalten Leitungen gehören. Die technische Bewertung muss den jeweiligen Anlagenzustand berücksichtigen.

Hygienesichere Effizienz im Trinkwasserbetrieb

Zuerst die Ursachen vermeidbarer Aufwände bearbeiten

Eine gemeinsame Begehung kann zeigen, welche Verbesserungen vor einer Änderung kritischer Betriebsparameter möglich sind. Zu prüfen sind beispielsweise fehlende oder beschädigte Dämmung, ungünstige Leitungsführung, nicht mehr benötigte Versorgungsabschnitte und ein unzureichend abgestimmter Zirkulationsbetrieb. Die Variantenbewertung sollte Investition, laufenden Aufwand, Instandhaltbarkeit und hygienische Auswirkungen zusammenführen. Eine Maßnahme mit geringem Anschaffungspreis kann langfristig ungeeignet sein, wenn sie zusätzliche manuelle Betreuung oder schwer überprüfbare Sonderbetriebsweisen erfordert. Umgekehrt kann eine gut geplante Anpassung der Installation Wasserverbrauch und Routineaufwand gemeinsam verringern. Die Einsparung muss jedoch unter vergleichbaren Nutzungsbedingungen ermittelt werden.

Optimierungsfeld

Geeigneter Prüfansatz

Freigabevoraussetzung

Wärmeverluste

Dämmung und Leitungsführung bewerten

Technische Wirkung nachvollziehbar

Geringe Nutzung

Versorgungsstruktur an Bedarf anpassen

Hygienisches Betriebskonzept

Betriebsparameter

Fachlich begrenzte Variantenprüfung

Geeignete Nachweise und Überwachung

Wirtschaftlichkeit

Gesamten Betriebsaufwand vergleichen

Vergleichbare belastbare Datengrundlage

Neue technische Ansätze nicht vorschnell verallgemeinern

Der DVGW führt das Arbeitsblatt W 551:2004-04 und mit Stand September 2026 den Entwurf W 551-1:2026-05. Ein Entwurf ist keine bereits abschließend veröffentlichte Regel und keine pauschale Freigabe für niedrigere Warmwassertemperaturen. Auch Erkenntnisse aus Forschungsprojekten oder herstellerseitige Aussagen zu Behandlungssystemen sind nicht ohne Weiteres auf jede Bestandsanlage übertragbar. Für alternative Betriebskonzepte braucht es eine belastbare fachliche Bewertung einschließlich Anwendungsbedingungen, Nachweisen und verbleibenden Betreiberaufgaben. Die UBA-Mitteilung zum Verhältnis von Trinkwasserhygiene und Energieeinsparung unterstreicht, dass Hygieneanforderungen nicht durch undifferenzierte Energiesparmaßnahmen verdrängt werden dürfen.

Verbesserungen mit klaren Freigabekriterien erproben

Für geeignete Optimierungsvorhaben empfiehlt sich ein begrenzter, fachlich freigegebener Versuch mit dokumentiertem Ausgangszustand. Vor Beginn werden Ziel, Messkonzept, Verantwortliche und Abbruchkriterien festgelegt. Änderungen an Temperaturhaltung, Zirkulation oder Wasseraustausch erhalten eine gesonderte hygienische Bewertung; ein allgemeiner Energiesparauftrag reicht dafür nicht aus. Während der Erprobung müssen Abweichungen zuverlässig erkannt und bearbeitet werden können. Die Auswertung betrachtet nicht nur eingesparte Kilowattstunden oder Kubikmeter, sondern auch Betriebsstabilität, zusätzlichen Arbeitsaufwand und die erforderlichen Qualitätsnachweise. Erst danach wird über eine dauerhafte Übernahme oder eine Rückkehr zur bisherigen Betriebsweise entschieden.

Den Wertbeitrag ohne Scheingenauigkeit darstellen

Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsbetrachtung trennt gemessene Veränderungen, nachvollziehbare Annahmen und noch offene Unsicherheiten. Kosten für Sensorik, Wartung, Kontrollaufgaben und mögliche Ersatzteile gehören ebenso in die Rechnung wie Energie- und Wasserkosten. Hygienische Qualität lässt sich dabei nicht durch eine beliebige finanzielle Risikozahl ersetzen. Für die Entscheidung ist entscheidend, ob ein fachlich vertretbares Konzept dauerhaft beherrschbar bleibt. Nach erfolgreicher Umsetzung werden Betriebsanweisungen und Anlagenbuch angepasst. So verbindet der Lebenszyklusansatz von VDI 3810 Ressourcenschonung mit guter Betriebsorganisation: Weniger Aufwand ist dann ein Ergebnis besserer Systeme, nicht der Verzicht auf erforderliche Sorgfalt.